Erklärt heißt nicht verstanden

Sueddeutsche.de erklärt, worum es dem NDR geht, der Beiträge aus “extra3″ und “Zapp” künftig als Creative-Commons-Inhalte weiterverbreiten lässt:

“Die Internet-User dürfen die Beiträge vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen, wenn sie drei Bedingungen einhalten: Der NDR muss als Urheber genannt werden, eine kommerzielle Nutzung der Inhalte sowie eine Bearbeitung sind nicht erlaubt.”

Also, genau genommen hat Sueddeutsche.de die schöne Formulierung einfach aus dem NDR-Artikel übernommen…

…und zeigt gleich mal, wie das in der Praxis aussehen würde, indem sie die Scherzumfrage von Olivia Jones auf einer Bahn-Fachmesse für “extra3″ online stellt. Äh, ja — wie war das mit der kommerziellen Nutzung? Oder sieht sich Sueddeutsche.de womöglich als Wohlfahrtsprojekt? Vielleicht ist es aber auch egal, weil im Kulturteil eh gerade nur Arte und die “SZ” für ihren Ticketshop werben, das bleibt quasi unter dreien, wenn man den Partner Parship mal außen vor lässt.

jetzt kommentieren? 22. November 2007

Bebilderungshöhepunkte bei sueddeutsche.de

Wenn schon Bildergalerien, warum dann nicht witzig? Vielleicht haben sie sich das bei sueddeutsche.de gedacht, als sie ihre Bildstrecke “TV-Eintagsfliegen” online gestellt haben (leider ohne Datum, aber verlinkt im Text zum Schawinski-Buch), in der jeweils ein TV-Flop benannt wird und darunter in knappen Worten der Grund dafür. Zum Beispiel so:

Der Flop: “Klatsch TV” mit Jenny Elvers-Elbertzhagen bei Sat 1.
Der Grund: “Klatsch TV” mit Jenny Elvers-Elbertzhagen bei Sat 1.

Ja, na gut. Viel Arbeit war das nicht. Aber Bildergalerien sind ja auch keine Leitartikel. Hauptsache, die Fotos sind spannend. Oder passen zumindest zum Text. Das hat sueddeutsche.de schon mal ganz gut hinbekommen, zumindest bei den ersten drei Klicks. Bei “Anke Late Night” ist Anke Engelke abgebildet, bei “Klatsch TV” Moderatorin Elvers-Elbertzhagen und beim “Talk der Woche” eben Bettina Rust. Gut, ein bisschen blöd ist es schon, nachher Alexandra Neldel zu zeigen, wenn man die Fortsetzung von “Verliebt in Berlin” als Flop nennt, in der Neldel gar nicht mehr regelmäßig mitspielt.

Richtig merkwürdig wird es aber erst danach.

Zu “Alles Betty”, das als “Geschichte vom häßlichen Entlein” beschrieben wird, zeigt sueddeutsche.de – wenn ich das recht sehe: zwei kleine Geier (vermutlich weil Enten aus waren). Über die RTL-2-Veranstaltung “Hüllenlos – Auch nackt gut aussehen” stellen die Kollegen das Bild eines randvollen Mülleimers (“Manche Konzepte sollten einfach gleich vor ihrer Realisierung dort landen, wo sie am Ende eh hinkommen – auf dem Müll”). “KTI – Menschen lügen, Beweise nicht” ziert eine Hundeschnauze (wegen der “Spürnasen von ‘KTI’”). Bei “Verrückt nach Clara”, zu dem es sicher auf Nachfrage noch sehr hübsche Bilder bei Pro Sieben gegeben hätte, erwartet die Nutzer ein Herz im Kartoffelfeld. Ja: Kartoffelfeld. Die bei Kabel 1 gezeigte BBC-Serie “Life on Mars”, die in den 70er Jahren spielt und zu der es wunderbares Fotomaterial gibt, verschönert ein John-Travolta-Bild aus “Saturday Night Fever”.

Den Bebilderungshöhepunkt aber hat sich sueddeutsche.de bis zum Schluss aufgehoben: für die RTL-Serie “CSI” “Post Mortem”, die man nicht wirklich als klassischen Flop bezeichnen kann. Sehr wohl aber kann man die wackelige Kameraführung der Serie kritisieren:

“Dem einen oder anderen Zuschauer mochte sich bisweilen das Mageninnere nach außen kehren.”

Und so sieht das Bild dazu aus:
sz_eintagsfliegen.jpg
Ausriss: sueddeutsche.de

Ich weiß wirklich nicht, wie es sueddeutsche.de schaffen will, mit solchen Gaga-Einlagen langfristig ernst genommen zu werden. Vielleicht ist das aber auch gar nicht mehr gewollt.

bisher 5 Kommentare 22. August 2007

Knutflut

Neues aus dem Kultur-Ressort von sueddeutsche.de (Übersichtsseite):

knutwut1.jpg
Screenshots: sueddeutsche.de

Ach so: Der Echo-Text, der gestern noch Aufmacher war, ist inzwischen im Archiv verschwunden. Dafür lässt sueddeutsche.de den Knut-April-Scherz auf der Top-Position stehen, der weiter unten längst aufgeklärt ist. Die Redaktion freut sich über den “Erfolg” ihres Gags:

“Immerhin haben wir es auf Seite 1 der gedruckten Bild-Zeitung gebracht – gleich neben die Nackerte. Okay, da wollten wir immer doch schon mal hin.”

Tja. Was gibt es da noch hinzuzufügen?

bisher 4 Kommentare 02. April 2007

Echo Echo Echo Echo Echo Echo

Ob da wohl eine ausgeklügelte Taktik dahinter steht, dass im Kultur-Ressort von sueddeutsche.de eine Woche nach der Echo-Verleihung die Kritik dazu immer noch ganz oben steht?

szecho.jpg
Screenshot: sueddeutsche.de

Oder schaut da einfach nie jemand von der Redaktion auf die Ressort-Seiten?

bisher 3 Kommentare 01. April 2007


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