Ja, da sag noch mal einer, im hohen Norden hätten die Menschen keinen Humor. Haben sie aber doch. Es ist halt nur ein ziemlich übler. Zumindest in der Quizshow-Redaktion des NDR, wo sich die Mitarbeiter zum Ende des Jahres noch ein paar Fragen aus dem Ärmel schütteln mussten, um am Weihnachtswochenende “2009 – Das Jahresquiz” zu bestücken (quasi der Probelauf für “2009 – Das Quiz”, das Frank Plasberg am Dienstag im Ersten moderiert, nur mit Jan Hofer als Quizonkel). Das kann nicht besonders lange gedauert haben.
Es waren jedenfalls zwei sehr dröge Abende im NDR Fernsehen: mit Fragen, die jeder Kandidat, der 2009 nicht mehrere Wochen Urlaub auf dem Mond gemacht hatte, mit Leichtigkeit beantworten konnte, und Prominenten (Ruth Moschner! Jens Riewa! Norbert Lehmann!), die im Hintergrund ab und an Grimassen schneiden durften, sonst aber wenig zu sagen hatten. Man könnte diese Traurigkeit, die beim NDR als Unterhaltung durchgeht, natürlich einfach so abhaken – hätte sich die Redaktion nur nicht so krampfhaft bemüht, lustig zu sein.
Dabei heraus kam zum Beispiel diese Frage mit den folgenden Antwortvorgaben:
Screenshot: NDR (Klicken zum Vergrößern)
Die richtige Antwort ist natürlich D und spielt darauf an, dass Madonna ein Waisenkind in Malawi adoptieren wollte (was nicht geklappt hat). Wahrscheinlich lohnt es sich aber gar nicht, den Redakteuren vom NDR zu erklären, wo ihr Kantinenhumor aufhört und zur Geschmacklosigkeit wird. Moderator Jan Hofer jedenfalls fand’s irre gut und sagte, nachdem beim Vorlesen der Antworten ein Raunen durch’s Studiopublikum gegangen war:
“Wir sind ganz schön frech, ne?”
Hofer war nicht nur ganz schön “frech”, sondern auch ganz schön ahnungslos, zum Beispiel als er vom Film “Slumdog Millionaire” schwärmte, um den sich eine der anderen Fragen drehte, den er aber ganz offensichtlich nie gesehen hat. Als sein Kandidat am Schluss eine Reise nach Mumbai gewann, riet ihm Hofer:
“Schauen Sie sich den Film vorher an, damit Sie ein bisschen den Eindruck bekommen!”
Ein bisschen den Eindruck bekommen? Von den krassen Verhältnissen in den indischen Slums, die der Film zeigt? Dem Unrecht? Den Verbrechen? Dem Überlebenskampf, bei dem jeder auf sich gestellt ist? Sind die Gebühren etwa so knapp, dass der NDR seinem Kandidaten kein Hotel mehr bezahlt?
“2009 – Das Jahresquiz” ist in seiner ganzen Unerträglichkeit keine Ausnahme, sondern das Syptom einer Krankheit, die den NDR und die anderen Landessender der ARD seit einigen Jahren befallen hat: die Quizshowsucht, bei der Fragerunden am laufenden Band produziert werden, seien sie auch noch so belanglos. Warum Hape Kerkeling daran mitschuld ist, weshalb man sich beim MDR-Quiz “Quickie” auf dem Postweg bewerben muss und wie wenig man wissen braucht, um bei der ARD 20.000 Euro zu gewinnen – all das hab ich für die “Berliner Zeitung” aufgeschrieben. Der Text heißt: “In der Geisterbahn”. Und steht auch online.
Nachtrag, 4. Januar: Schöne Grüße auch an die Selbstbedienungskollegen von bild.de und B.Z. (die immerhin eine Stellungnahme vom NDR erfragt haben).
Manchmal kann man einfach froh sein, nicht bei so einer Nachrichtenklitsche wie n-tv arbeiten zu müssen, wo man mit Leuten Mittagessen gehen würde, die sich auch in den unpassendsten Situationen noch solche Texte für ihre dämlichen Laufbänder überlegen.
Und die der Ansicht sind, dass die Pressekonferenz, auf der die der Frau eines Fußballspielers spricht, der mit 32 Jahren sein Leben beendet hat, noch emotionaler wirkt, wenn man darunter Musik aus “Six feet under” legt.
In Kürze startet spredder.de, eine Online-Plattform, auf der (ausgewählte) freie Journalisten ihre Texte Zeitungen zur Zweitverwertung anbieten können. Und wahrscheinlich ist es unfair, schon jetzt, bevor es richtig losgegangen ist, darüber zu meckern, dass das vorher feststehende Honorar sich allein auf die Länge der Texte (und nicht etwa Rechercheaufwand oder Exklusivität) bezieht.
Schauen wir uns lieber die “Qualitäts-Prinzipien” an, die spredder.de für sich reklamiert. Als erstes steht da (auf der Seite wegen des gepunkteten Hintergrunds etwas unleserlich):
“Sorgfalt: Unsere Texte sind frei von Orthografie- und Grammatikfehlern.”
Das ist vorbildlich. Gilt aber offensichtlich nicht für die Website, bei deren Öffnen einem zu allererst Hellmuth Karasek entgegen springt und dann gleich – ein Rechtschreibfehler:
Im “Neuen Deutschland” darf Anja Pasquay, Pressereferentin des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), eine “Medienkolumne” zur geplanten Einführung von Product Placement im deutschen Fernsehen schreiben (mehr zum Hintergrund im Fernsehblog). Eigentlich muss es aber heißen: ausgerechnet die Pressereferentin des Verbands, der Sturm gegen diese (durchaus kritikwürdige) Regelung läuft, und nicht etwa aus dem Interesse, den Zuschauer zu schützen und die Glaubwürdigkeit des Fernsehens zu wahren, sondern weil die Mitglieder des BDZV sich ängstigen, dass Unternehmen durch die neue Werbemöglichkeit Gelder aus Print abziehen und zum Fernsehen umschichten könnten.
Bei Pasquay liest sich das freilich etwas gemeinnütziger:
“Wenn Dritte, etwa die Werbung treibende Wirtschaft, für inhaltliche Aussagen bezahlen, muss dies auch eindeutig als Werbung gekennzeichnet werden. Nur so bleibt die Glaubwürdigkeit des Mediums gewahrt. Schleichwerbung im Fernsehen würde diese Glaubwürdigkeit leichtfertig korrumpieren, und zwar in allen Medien.”
Die BDZV-Referentin schreibt außerdem:
“Obendrein, so befürchten die Zeitungsverleger, könnte die nunmehr erlaubte Vermischung von Inhalten und Werbung im TV bei den Werbeagenturen zu Begehrlichkeiten gegenüber anderen Medien führen. Da ist nur schwer zu vermitteln, dass die Zeitungen nicht tun wollen, was das konkurrierende Fernseh-Medium dürfen muss.”
So. Wollen die Zeitungen das nicht? Warum ist es dann quasi Alltag, nicht nur bei den Online-Ablegern selbst angesehener oder besonders reichweitenstarker Titel? Warum musste Bild.de erst gerichtlich verboten bekommen, mit redaktionell gestalteten Texten bzw. Links für Unternehmen zu werben? Wieso steht bei Spiegel Online in der Menüleiste dann immer noch “Neues von BMW”? Aus welchem Grund hat der “Spiegel” einem Autohersteller neulich eine Anzeige gestaltet, die aussah wie die redaktionelle “Hausmitteilung”? Wieso verkaufen Zeitungen ihre vollständigen Titelseiten von Zeit zu Zeit an Werbepartner? Warum kann man fast keine Programmzeitschrift mehr durchblättern ohne dass einem Texte auffallen, die wie Texte aussehen, aber Werbung sind?
Was der BDZV so großspurig kritisiert, ist verlogen, weil seine Mitglieder (genausowenig wie die des VDZ) es oft selbst nicht so genau nehmen mit der Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung. Das “Neue Deutschland” findet ja nicht mal was Schlimmes daran, unkommentiert Lobbytexte des Zeitungsverlegerverbands zu publizieren anstatt sich selbst eine Meinung zum Thema zu bilden, einen beitrag übrigens, in dem die Autorin genau das macht, was sie kritisiert: die Nutzer irrezuführen. Gleich zu Beginn schreibt Pasquay:
“Worum geht es eigentlich? Gemeint ist die bezahlte Einschleusung von Produkten oder Botschaften im Fernsehen, ohne dass der Zuschauer dies als Werbung identifiziert. Auf gut deutsch: Schleichwerbung.”
Nein, rein definitorisch ist genau das eben nicht gemeint. Schleichwerbung ist weiterhin verboten. Erlaubt werden sollen Produktplatzierungen, die von den Sendern mit Hinweisen gekennzeichnet werden. Im Entwurf zum 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrag steht:
“(7) Schleichwerbung (…) sowie entsprechende Praktiken sind unzulässig.”
Die in §15 und §44 formulierten Ausnahmen beziehen sich allein auf Produktplatzierungen (unter konkreten Voraussetzungen). Vielleicht wär’s keine schlechte Idee, wenn sich das auch der BDZV mal ansehen würde, bevor er sich zu diesem Thema so weit aus dem Fenster lehnt.
Harald Schmidt ist der lustige Mann, der früher “Schmidteinander” moderiert hat.
Harald Schmidt ist der lustige Mann, der früher “Schmidteinander” moderiert hat.
Harald Schmidt ist der lustige Mann, der früher “Schmidteinander” moderiert hat.
Harald Schmidt ist der lustige Mann, der früher “Schmidteinander” moderiert hat.
Harald Schmidt ist der lustige Mann, der früher “Schmidteinander” moderiert hat.
Harald Schmidt ist der lustige Mann, der früher “Schmidteinander” moderiert hat.
Harald Schmidt ist der lustige Mann, der früher “Schmidteinander” moderiert hat.
Harald Schmidt ist der lustige Mann, der früher “Schmidteinander” moderiert hat.
Harald Schmidt ist der lustige Mann, der früher “Schmidteinander” moderiert hat.
Harald Schmidt ist der lustige Mann, der früher “Schmidteinander” moderiert hat.
Man kann das gar nicht oft genug wiederholen, sonst entsteht nach so einer Sendung wie gestern noch der Eindruck, Schmidt sei ein alternder Intellektuellenwitze-Aufsager, der gezwungen wird, einmal in der Woche im Fernsehen aufzutreten, obwohl er lieber das ganze Jahr Urlaub machen würde.
Am Dienstagabend war Sascha Lobo in einer Sendung des Offenen Kanals Berlin zu Gast, um sich dort als beschimpfen und sich von den Moderatoren ständig ins Wort fallen zu lassen. Das war eine heitere halbe Stunde, in der es vieles zu lernen gab, unter anderem über dieses Internet, für das die Redaktion das Motto der “Freiheit statt Angst”-Demo vom Wochenende leicht modifizierte (”Freiheit statt Sicherheit” lautete das Thema – selbstverständlich ohne Fragezeichen dahinter).
Falls Sie keine Zeit haben, sich das nachträglich anzusehen, fasse ich schnell die wichtigsten Erkenntnisse der Sendung zusammen:
1. Sascha Lobo ist jetzt auch für die “Verrohung der Jugend” und Wikipedia-Vandalismus verantwortlich zuständig.
2. Hajo Schumacher siezt Sascha Lobo, wird aber zurückgeduzt.
3. Lobo trinkt gar nicht immer Flaschenbier.
Screenshot: N24
4. Hans-Hermann Tiedje spricht von sich in der dritten Person (”der Tiedje”).
5. Schumacher wird gezwungen, während der Sendung auf einem Kinderstuhl zu sitzen, was bei ihm bereits zu gewaltigen Haltungsschäden geführt hat.
Screenshot: N24
6. Beim Offenen Kanal wird immer das Wesentliche ins Bild gerückt.
Es ist ein Fluch. Jedes Jahr aufs Neue. Ich melde mich für die Berliner Medienwoche an, die seit vergangenem Jahr medienwoche@IFA heißt, gehe hin und bin am ersten Tag maßlos enttäuscht, was nicht so schlimm ist, weil der zweite Tag meistens besser wird. Deshalb wäre es wohl auch keine Lösung, nächstes Jahr einfach erst am zweiten Tag hinzugehen, denn das wäre für mich dann ja der erste, und der ist bekanntlich immer doof.
Gar nicht hinzugehen wäre (trotz beträchtlicher Anreiseschwierigkeiten) auch nicht in Frage gekommen, ich hätte ja sowieso noch mal separat auf die angeschlossene IFA fahren müssen, um dort das Bild zu machen, das ich brauche, um 2031 den großen Bildband “ARD-Messestände im Wandelder Zeit” herausbringen zu können, mit dem mir im Alter ein beträchtliches Auskommen zu sichern plane.
* * *
Aber zurück zur Medienwoche. Haben Sie sich auch schon immer gefragt, wer eigentlich den “Stern” liest? stern.de-Chefredakteur Frank Thomsen hat dieses Mysterium am Dienstag aufgeklärt: Sandra Müller liest den “Stern”. Sie ist 35 Jahre alt, Innenarchitektin, lebt in einer Partnerschaft, hat eine Tochter namens Leonie und lässt sich als “sympathisch, weltoffen, ganz normal” beschreiben. “Bild” ist ihr “zu krawallig”, der “Spiegel “zu abgehoben”, vor allem aber will sie “mehr als News”, nämlich: “Ratschläge und Tipps, wie man sein Leben gestalten kann”, um sich “selber einbringen und mit anderen austauschen” zu können. Sandra Müller ist die “Idealleserin” für Thomsen, und wie das mit Ideallesern nun mal so ist: man muss sie meistens erfinden, wenn man sie haben will.
Genauso hat man’s beim “Stern” gemacht. “Sandra Müller” ist bloß ein Konstrukt, “eine virtuelle Userin” (wie Thomsen sagt) und ein Leitbild für die Kollegen dort. Wenn es darum geht, Journalismus zu machen, lautet die Frage beim “Stern” also nicht: Ist das ein spannendes Thema? Sondern: Ist das ein spannendes Thema für Leser wie “Sandra Müller”?
Benannt ist die übrigens nach (Henri Nannens) Lieschen Müller, einem “Synonym für den weiblichen Durchschnittsmenschen”, und zwar, wie Wikipedia schreibt, “mit einem schlechten Anklang zum naiven Dummchen”. Das erklärt zumindest bei stern.de doch einiges.
* * *
Warum müssen eigentlich immer erst Fernsehmacher aus dem Ausland kommen, damit man auf solchen Kongressen mal eine Keynote hört, die gleichzeitig, witzig, inspiriert und intelligent ist? Der Finne Saku Tuominen vom Großproduzenten Zodiak Entertainment erklärte am Dienstagnachmittag jedenfalls sehr witzig und sehr inspiriert, wie wenig Fernsehmacher die Zukunft des Fernsehens beeinflussen könnten, auch nicht, wenn das bedeutet, dass sich klassische Senderkonzepte überholen – ganz einfach, weil die Nutzer das selbst steuern:
“You cannot be working against it. Then you lose. Join the parade!”
* * *
Das war die letzte Keynote, die ich bei dieser Medienwoche gehört habe. Die erste Keynote kam am Montag früh von Andreas Wiele, Vorstand BILD-Gruppe und Zeitschriften bei Axel Springer, der erklärt hat, warum Deutschland “ein Printland” ist und bleiben wird. Deshalb:
“Print sendet keine Wiederholungen”
“Die Tageszeitung ist jeden Tag neu.”
“TV ist ein Wiederholungsmedium.”
Das hat er einige Male wiederholt, aber ich hab’s auch zum Schluss immer noch für einen Gag gehalten, den nur ich verstanden hatte, weil sonst einfach keiner lachen wollte. Auch nicht als Wiele behauptete:
“Die Verlage schlagen sich wacker bei der Digitalisierung.”
* * *
Oh, Moment, ganz schnell mal auf Toilette gehen im Raumschiff ICC Berlin:
* * *
Und dann war da noch Stefan Tweraser, Country Director Sales bei Google Deutschland, der sehr offensichtlich wenig Lust hatte, sich schon wieder mit den Vertretern der Verlage prügeln zu müssen, die seinem Arbeitgeber vorwerfen, mit ihren inhalten Geld zu verdienen. Tweraser blieb dann aber doch erstaunlich cool und feuerte bloß zwischendurch einmal in Richtung Wiele:
“Selbst wenn wir unseren gesamten Umsatz von 22 Milliarden an Sie abgeben würden, würde Sie das nicht retten.”
* * *
Hat es vor kurzem eigentlich ein Seminar für Bertelsmann-Führungskräfte gegeben, bei dem Liz Mohn allen beigebracht hat, wie man es anderen Leuten als fantastische Möglichkeit verkauft, weniger Geld ausgeben zu dürfen? Erst erzählte nämlich UFA-Chef Wolf Bauer am Montag:
“Die Kreativität hebt ab, wenn man ihr [finanzielle] Beschränkungen auferlegt.”
Am Dienstag legte dann Vox-Chef Frank Hoffmann nach:
“Begrenzte Möglichkeiten sind manchmal der ideale Nährboden für Kreativität!”
Und erklärt das jetzt auch, warum die Innovationen für die neue Saison bei Vox “Der VIP-Hundeprofi”, “Hilfe, mein Mann ist ein Heimwerker” und “Mehr geht nicht!” heißen?
* * *
Abschließend: Wieviele Leute muss man eigentlich auf so ein Podium setzen, damit wirklich auch jeder nur anderthalb mal zu Wort kommt bis die Veranstaltungszeit abgelaufen ist? Ach, zählen Sie doch selber nach.
Ach, Wahlberichterstattungsjournalismus. Niemand soll sagen, der Kollege Niggemeier und ich seien nicht vorbereitet gewesen, gestern ab 18 Uhr, als sich die Fernsehjournalisten abrackerten, um uns die vielen Ergebnisse und Stellungnahmen der Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und im Saarland zu zeigen, während wir schön bei mir zuhause auf der Couch auf Bloggenswertes warteten.
Immerhin ist mir ein bisschen was klar geworden an diesem Abend: Ich weiß jetzt endlich, warum N24 das riesige Fenster im Erdgeschoss seines Hauptstadtstudios mit Spiegelfolie abgeklebt hat. Weil das (wie gestern beim ZDF) sehr doof ausschaut, wenn ständig einer dem Moderator oder der Moderatorin auf den Rücken gafft als hätte er oder sie noch nie eine Kamera gesehen (oder einen Rücken).
Screenshots: ZDF
Ich weiß jetzt auch, was Journalisten für Bildideen haben, wenn sie über Rot-Rot-Grüne Koalitionen berichten (zumindest wenn sie beim MDR arbeiten).
Screenshot: MDR
Und wenn der Sprecher in einem Beitrag behauptet: “Die CDU sieht sich nicht schachmatt” – dann ist es nicht besonders schwer zu erraten, was gleichzeitig im Bild zu sehen ist. Das hier natürlich:
Screenshot: MDR
In jedem Fall erinnert mich das daran, diese Serie endlich mal fortsetzen zu müssen. (Tipps werden gerne entgegengenommen.) Nur eines hab ich noch nicht rausgefunden: Was sagt das über die finanzielle Kluft zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern aus, wenn es sich der WDR leisten kann, seinem Chefredakteur Jörg Schönenborn ein wiiinzig kleines Mikrofon anzustecken, das vermutlich sündhaft teuer war…
Screenshot: Das Erste
…und Sat.1 offenbar ein Museum ausrauben musste, um die Redakteure für “Ihre Wahl” auszustatten?
Screenshot: Sat.1
So. Und eigentlich hätte ich da ja noch eine Frage an…, aber: ach, vergessen wir das besser.
Am Sonntag ist in Berlin die Leichtathletik-WM in Berlin zu Ende gegangen und damit glücklicherweise auch die dazugehörige Medienkolumne des Berliner “Tagesspiegel”, die aus dem Jammern über die schlimmen Fernsehübertragungen nicht herauskam und in der Joachim Huber am Samstag vor einer Woche von ARD und ZDF forderte:
“Das ist eine Weltmeisterschaft, auch wenn sie in Berlin stattfindet. (…) Daraus in Bild und Ton eine deutsche Meisterschaft mit internationaler Randbeteiligung zu machen, wäre posemuckelig.”
“Am Sonntag wurde an dieser Stelle gemahnt, man dürfe aus einer Weltmeisterschaft keine Deutsche Meisterschaft machen, leider gibt es dazu die Tendenz. Jedem deutschen Sportler – und sei er nur aus Mitleid dabei – wird mehr Aufmerksamkeit zuteil als den Spitzenleuten (abgesehen von Usain Bolt). Das nervt.”
“Alles Mahnen hat nichts genützt: Dass doch ARD und ZDF aus einer Weltmeisterschaft bitte keine nationalen Wettkämpfe mit internationaler Beteiligung machen. Als Zuschauer fühlte man sich oftmals veräppelt, da man ahnte, dass ein paar Meter weiter gerade wirklich etwas passiert – zu sehen bekam man das dann nicht, weil sich irgendwo was Deutsches aufwärmte.”
Okay, ich hab das jetzt verstanden: Der “Tagesspiegel” war genervt davon, wie ARD und ZDF die deutschen WM-Teilnehmer hochjubeln, vor, während und nach der WM. Mir ging es übrigens genauso. Ich kann nur nicht nachvollziehen, weshalb man das täglich in die Zeitung schreiben muss. Außer es fällt einem nichts anderes ein.
Und das wäre ja irgendwie – posemuckelig. Was immer das zu bedeuten hat.