langeweile@IFA

01.September 2008

Am Montag hat die Medienwoche Berlin-Brandenburg begonnen, oder – wie die Veranstaltung diesmal heißt: medienwoche@IFA. Jede Menge Menschen aus der Branche erzählen anderen Menschen aus der Branche, warum ihr Geschäftsmodell besonders toll ist, warum dieses Internet so wichtig geworden ist und was man im Netz alles so veranstalten kann. Und das im ICC Berlin, dem vermutlich hässlichsten Gebäude in ganz Berlin, in dem die Kongressräume so aussehen als könnte Wolfgang Petersen dort jederzeit “Poseidon 2″ drehen.

Die Auftaktveranstaltung klang vielversprechend: “Internet. Das neue Leitmedium?” lautete die Frage des Eröffnungspodiums. Die Antwort der versammelten Medienprominenz lautete zusammengefasst in etwa: ja und nein.

Und ich weiß nicht, ob das wirklich ein gutes Ergebnis ist: Wenn man von diesen Veranstaltungen wieder weggeht, bei denen so viel über die Zukunft geredet wurde, nachher seine Notizen durchsieht und feststellt: Es ist eigentlich nichts Relevantes gesagt worden.

Marcus Englert von Pro Sieben Sat.1 hat wieder erzählt, dass seine Sender auch in 20 Jahren noch Entertainment machen werden. Markus Schächter hat wieder vor den “unkontrollierbaren Medienriesen, den Googles dieser Welt” gewarnt und gesagt: “Der Nutzer wird der entscheidende, äh, Entscheider sein in der neuen Welt.” Und als Moderator Frank Thomsen von stern.de ganz zum Schluss noch mal auf den Streit zwischen Verlagen und öffentlich-rechtlichen Sendern um die Deutungshoheit im Internet zu sprechen kam, seufzte Burda-Frau Christiane zu Salm: “Ich fand das eigentlich ganz angenehm, mal in einem Panel zu sitzen, bei dem eine Stunde nicht darüber geredet wurde.”

Es blieb also genug Zeit, mal einen Blick ins Pressezentrum im ICC zu werfen, fensterlos und mit einigen traurig vor sich hin tippenden Kollegen:

Internet-Anschluss gab’s da auch:

Und, um noch mal was Positives zu sagen: Der Veranstalter hat zumindest daran gedacht, genug Tüten produzieren zu lassen, falls die Gäste ein paar Informationsbroschüren mit nachhause nehmen wollen.

Artikel gespeichert unter: Im Allgemeinen

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bisher 4 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. paul  |  02.September 2008 at 00:27

    Hm, was verbirgt sich denn hinter den Jalousien im fensterlosen Raum?

  • 2. Ben  |  02.September 2008 at 07:23

    Die Bühne mit den Tänzerinnen. Darüber schreibt er natürlich nix!11 ;)

  • 3. Peer  |  02.September 2008 at 19:41

    @paul: Ein Flur. Ohne Fenster.

  • 4. medienpiraten.tv » &hellip  |  09.September 2009 at 15:55

    [...] mich für die Berliner Medienwoche an, die seit vergangenem Jahr medienwoche@IFA heißt, gehe hin und bin am ersten Tag maßlos enttäuscht, was nicht so schlimm ist, weil der zweite Tag meistens besser wird. Deshalb wäre es wohl auch [...]

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