Grundversorgen — aber wie?

14.Mai 2008

Stimmt: Das mit der Grundversorgung ist eine schwierige Sache. Dass wir, nachdem die Ministerpräsidenten im Oktober den 12. Änderungstaatsvertrag unterschrieben haben (der im April 2009 in Kraft tritt), eher wissen, was genau wir von ARD und ZDF verlangen wollen und können, ist unwahrscheinlich. Und ja, es gibt immer wieder Missverständnisse, wenn gefordert wird, ARD und ZDF sollten sich darauf konzentrieren, ausschließlich Programme anzubieten, die die Privaten so nicht leisten können. Aber es gibt noch ein viel größeres Missverständnis — und zwar seitens ARD und ZDF, die glauben, das “U” für Unterhaltung im Wort Grundversorgung müsse besonders groß geschrieben werden.

Sicher, “Wetten dass…?” verbieten macht keinen Sinn. Und, mein Gott, die Volksmusik wird dieses Land auch nicht untergehen lassen. Wenn das der Preis dafür ist, dass ARD und ZDF tatsächlich attraktiv bleiben für eine große Mehrheit der Zuschauer (was für die zwischen 14 und 49 Jahren schon längst nicht mehr stimmt), dass dort also Programme gesehen werden, die aufklären, informieren, die gründlich recherchiert sind und in denen Journalisten erklären, einordnen und vermitteln, dann finde ich das theoretisch keinen schlechten Deal.

Ich wüsste bloß gern: Wieviel Unterhaltung, und vor allem: wieviel seichte Unterhaltung muss man eigentlich senden, um die Zuschauer für die Sendungen zu interessieren, von denen wir sagen würden, sie entsprächen dem öffentlich-rechtlichen Ideal? Wie groß ist der Kompromiss, den wir eingehen wollen?

Schauen wir uns das heutige Programm von ARD und ZDF mal an (14. Mai 2008):

Das Erste ZDF
09:00 Tagesschau (Information)
09:05 Rote Rosen (Unterhaltung)
09:55 ARD-Wetterschau (Information)
10:00 Tagesschau (Information)
10:03 Brisant (Unterhaltung)
10:25 Tierärztin Dr. Mertens (Unterhaltung)
11:15 In aller Freundschaft (Unterhaltung)
12:00 Tagesschau um zwölf (Information)
12:15 ARD-Buffet (Service)
13:00 ARD-Mittagsmagazin (Information)
14:00 Tagesschau (Information)
14:10 Rote Rosen (Unterhaltung)
15:00 Tagesschau (Information)
15:10 Sturm der Liebe (Unterhaltung)
16:00 Tagesschau (Information)
16:10 Giraffe, Erdmännchen & Co. (Unterhaltung)
17:00 Tagesschau um fünf (Information)
17:15 Brisant (Unterhaltung)
18:00 Verbotene Liebe (Unterhaltung)
18:25 Marienhof (Unterhaltung)
18:55 Berlin, Berlin (Unterhaltung)
19:20 Das Quiz mit Jörg Pilawa (Unterhaltung)
19:50 Das Wetter im Ersten (Information)
19:55 Börse im Ersten (Information)
09:00 Tagesschau* (Information)
09:05 Volle Kanne – Service täglich (Service)
10:30 Wege zum Glück (Unterhaltung)
11:15 Reich und Schön (Unterhaltung)
11:35 Schatten der Leidenschaft (Unterhaltung)
12:00 Tagesschau um zwölf* (Information)
12:15 drehscheibe Deutschland (Information)
13:00 ARD-Mittagsmagazin* (Information)
14:00 heute – in Deutschland (Information)
14:14 Die Küchenschlacht (Unterhaltung)
15:00 heute – Sport (Information)
15:15 Ruhrpott-Schnauzen (Unterhaltung)
16:00 heute – in Europa (Information)
16:15 Wege zum Glück (Unterhaltung)
17:00 heute – Wetter (Information)
17:15 hallo deutschland (Unterhaltung)
17:45 leute heute (Unterhaltung)
18:00 SOKO Wismar (Unterhaltung)
18:50 Lotto (Service)
19:00 heute (Information)
19:20 Wetter (Information)
19.25 Küstenwache (nur bis 20 Uhr gerechnet) (Unterhaltung)

*Gemeinschaftsprogramm mit der ARD

Sieht eigentlich ganz ausgeglichen aus? Naja, fast.

Zusammengerechnet (11 Stunden): Zusammengerechnet (11 Stunden):
45 Minuten Service
143 Minuten Information
472 Minuten Unterhaltung

95 Minuten Service
210 Minuten Information
355 Minuten Unterhaltung

(In Information sind wegen des gemeinsamen Programms am Vormittag/Mittag 80 Minuten auf beiden Kanälen identisch.)

Sicher: Dieser Vergleich ist ungerecht. Er lässt das “Morgenmagazin” weg. Und er blendet aus, dass die ARD nach 20 Uhr mit “Tagesschau”, einem aktuellen “Brennpunkt”, “Hart aber fair” und “Tagesthemen” informiert hat und davor einen Fernsehfilm zeigte, wie er bei den Privaten kaum Platz hätte. Beim ZDF liefen nach 20 Uhr und der Schnulze “Robin Pilcher: Zeit des Wiedersehens” Komödie “Mr. Nanny — Ein Mann für Mama” immerhin “heute journal”, “Abenteuer Wissen” und “auslandsjournal”.

Aber was bedeutet das genau? Dass öffentlich-rechtliches Fernsehen erst nach 20 Uhr mehrheitlich dem entspricht, was wir uns vielleicht im Idealfall darunter vorstellen? Und dass man vor 20 Uhr, um die Zuschauer für Informationen zu begeistern, jede Menge Telenovelas und Soaps zeigen muss, auf keinen Fall aber spannende, ungewöhnliche Dokumentationen, weil die Leute dann schnell wegzappen würden und nicht mal mehr “Tagesschau” gucken?

Wie massenattraktiv müssen ARD und ZDF eigentlich sein, um ihren Auftrag erfüllen zu können? Keine Ahnung, ob es darauf eine Antwort gibt. Aber ich glaube, das wäre interessant zu diskutieren — und zwar ohne den Generalverdacht, ARD und ZDF solle die Unterhaltung ganz und gar verboten werden.

Artikel gespeichert unter: Im Fernsehen

bisher 22 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. viewer  |  15.Mai 2008 at 00:57

    Apropos Soaps: DIe ARD sucht für den schlecht laufenden Sendeplatz um 18.50h ein neues Konzept. Und zwar:… eine Soap! Wesentlichstes Merkmal: es soll sehr billig zu produzieren sein und bitte trotzdem die jungen Zuschauer ansprechen.

  • 2. Lukas  |  15.Mai 2008 at 02:24

    Es gibt ja auch noch Unterschiede zwischen Unterhaltung und Unterhaltung. Würde sich wenigstens einer der beiden Sender etwas leisten, was ungefähr mit der “Daily Show” vergleichbar wäre, würde ich mir das möglicherweise täglich ansehen. Auch gute Serien (also mehr als nur “Kriminaldauerdienst”) wären durchaus in meinem Interesse. Aber das ist vermutlich alles Geschmackssache.

  • 3. nona  |  15.Mai 2008 at 02:43

    Mir fehlen in solchen Rechnungen gemeinhin die weiteren Programmpuzzleteile insbesondere der ARD. Sprich: alle Dritten, Phoenix, arte, Kika, 3Sat, die ganze digitale Second-Hand-Abteilung. Auch das ist alles öffentlich-rechtlich, lokale Empfangbarkeit hin oder her. Und ich halte die auch alle für durchweg wichtig.

  • 4. Patrick Pricken  |  15.Mai 2008 at 07:51

    Wobei es fraglich ist, wozu das Morgenmagazin dann zählt. Information? Da habe ich schon Mist gesehen… das scheint mir mehr eine halb seriöse Form von Volle Kanne zu sein. Das wiederum als “Service” zu bezeichnen, lässt mich fragen, wem da denn gedient wird.

  • 5. Stefan (ein anderer)  |  15.Mai 2008 at 07:52

    Unter Grundversorgung wird doch die Versorgung verstanden, die dem allgemeinen Standard entspricht. Es gibt wenige bis keine in meinem Bekanntenkreis, die gerne den Deutschlandfunk hören, oder sich freiwillig eine Dokumentation anschauen. Geschweige denn, das sie regelmäßig Nachrichten schauen. Viele schalten nicht einmal die öffentlich-rechtlichen Sender ein, weil sie schlichtweg zu öde sind. Es sei denn, es läuft Fußball, oder “Marienhof” und “Verbotene Liebe”.
    Meine Beobachtung ist: Die Grundversorgung mit seichter Unterhaltung ist erfüllt und die der Information mehr als manchem Recht ist.

  • 6. Danny  |  15.Mai 2008 at 09:45

    Vielleicht solltest du aus “[...]attraktiv bleiben für eine große Mehrheit der Zuschauer (was für die zwischen 14 und 49 Jahren schon längst nicht mehr stimmt)[...]” die Phrase “zwischen 14 und 49 Jahren” ersetzen durch “zwischen 14 und 49 Jahren und die Hauptschule abgebrochen haben”.

    Mein Alter liegt zwischen genannter Spanne (war nie auf einer Hauptschule) und ich bevorzuge ARD & ZDF ggü. allen anderen Kanälen. Das sage ich auch auf die Gefahr hin, hier gesteinigt zu werden.

  • 7. Ritter  |  15.Mai 2008 at 10:05

    Ich sag nur eins: Für DIE KOHLE würde ich mir mehr erwarten….
    Verteilung der Gebührenerträge 2006 auf die Rundfunkanstalten
    Rundfunkanstalt
    Gesamterträge *) in EUR

    Bayerischer Rundfunk
    865.650.409,76

    Hessischer Rundfunk
    401.888.284,90

    Mitteldeutscher Rundfunk
    579.505.793,44

    Norddeutscher Rundfunk
    942.264.073,52

    Radio Bremen
    42.785.261,13

    Rundfunk Berlin-Brandenburg
    356.325.622,29

    Saarländischer Rundfunk
    67.097.963,85

    Südwestrundfunk
    960.707.274,15

    Westdeutscher Rundfunk
    1.127.722.702,20

    ARD (insgesamt)
    5.361.960.447,95

    Zweites Deutsches Fernsehen
    1.742.390.505,47

    Deutschlandradio
    181.889.007,02

    Gesamt
    7.286.239.960,44

    Quelle: GEZ (http://www.gez.de/door/gebuehr.....index.html)

    Lasst Euch diese Summe mal auf der Zunge zergehen! Zum Vergleich: Der Gesamtbörsenwert von ProSieben lag mal bei 3,3 Milliarden! (Jetzt auch nicht mehr).

  • 8. stefan  |  15.Mai 2008 at 10:05

    Ich finde, es wirkt schon arg gewollt, die Rechnung nach dem Ende des informationslastigen Morgenmagazins zu beginnen und vor dem Beginn der informationslastigen Tagesschau zu beenden, aber gut. Und das Schwarz-Weiß-Sortieren ist auch schwierig: Ist das so eindeutig, die Zoo-Doku-Soap zur Unterhaltung zu zählen? Wäre eine Tier-Dokumentation aus Afrika auch Unterhaltung oder dürfte die in die Kiste mit Dem Guten? Und warum ist der Wetterbericht “Information” und nicht “Service” (wenn nicht in Wahrheit vor allem: Unterhaltung)?

    Dass die Formulierung “Dass öffentlich-rechtliches Fernsehen erst nach 20 Uhr mehrheitlich dem entspricht, was wir uns vielleicht im Idealfall darunter vorstellen?” falsch ist, weil sie 3sat, arte und die (in vieler Hinsicht zu kritisierenden) Dritten ausblendet, hat ja nona schon angedeutet.

    Wirklich interessant wäre es übrigens, Deine Zahlen mit denen vor zehn oder 20 Jahren zu vergleichen .Dann würde sich der Eindruck, es sei in letzter Zeit alles so schlimm geworden, schnell erledigen. Zum Vergleich z.B. ein typischer Programmtag 1997: http://www.tvprogramme.net/vie.....1996-03-26 . Ich schick Dir gern weitere Tage zu ;-)

    Und vor 20 Jahren gab es vor 15 / 16 Uhr noch gar kein Programm auf ARD und ZDF. War das besser?

    Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich will damit weder die Telenovela- noch die Zoo-Doku-Soap-Welle verteidigen. Aber das Gefühl, dass sich das Mischungsverhältnis bei ARD und ZDF aktuell sehr geändert hat, trügt, glaube ich.

  • 9. Peer  |  15.Mai 2008 at 12:24

    @Stefan: Es kann doch aber nicht das Argument sein, ob sich etwas geändert hat oder nicht. Die Frage ist ja, ob wir mit dieser Struktur zufrieden sein wollen. Für Vergleiche 20 Jahre zurückzugehen lenkt glaube ich von der Diskussion ab.

    @nona u.a.: Dass diese Auflistung *natürlich* keine perfekte ist, steht ja schon im Beitrag. Klar kann man drüber reden, dass einzelne Zuordnungen zu Service und Information ausgetauscht werden können. Ich hab bloß versucht, das mal auf einen einfachen Nenner runterzubrechen. Und Unterhaltung nicht in “gut” und “böse” einzuteilen.

    Ich kann es aber nicht verstehen, dass man sich ständig auf Arte und 3sat beruft — was bedeutet das denn? Dass ARD und ZDF so lange idealtypisch öffentlich-rechtliche Inhalte in Spartenkanäle ausgliedern (zumindest in diesen 11 Stunden), bis in den Hauptprogrammen nur noch einzelne Spuren davon übrig sind, halte ich für einen großen Fehler. Das widerspricht übrigens zu hundert Prozent dem Argument, ARD und ZDF müssten Unterhaltung machen, um Zuschauer anzulocken, die dann auch mal Kultur oder Information anschauen. Geht ja nicht, wenn das 11 Stunden überwiegend in der Sparte passiert. Mein Impuls war, zu fragen: Definiert sich Grundversorgung so, dass es 50 Minuten Telenovela braucht, um die Leute nachher für 10 Minuten “Tagesschau” begeistern zu können?

  • 10. Bauer vom Dreigestirn  |  15.Mai 2008 at 12:38

    Ich hab’ mal den heutigen Tag im Ersten in seiner Gänze nach Model Peer sortiert und mich dabei was die Kategorisierung angeht soweit wie möglich an die von der ARD selbst verwendeten Bezeichnungen gehalten (damit landet Giraffe, Erdmännchen & Co in der Information und Wetter und Börse im Service).

    ARD (15.05.2008)

    0:15 Nachtmagazin (Information)
    0:35 Falsche Entscheidung (Unterhaltung)
    2:25 Tagesschau (Information)
    2:30 Sturm der Liebe (Unterhaltung)
    3:20 1948 – Jüdischer Traum, arabisches Trauma (Information)
    4:05 Deutschlandbilder (Unterhaltung)
    4:10 Tagesschau (Information)
    4:15 Hart aber Fair (Unterhaltung)
    5:30 Morgenmagazin (Information)
    9:00 Tagesschau (Information)
    9:05 Rote Rosen (Unterhaltung)
    9:55 Wetter (Service)
    10:00 Tagesschau (Information)
    10:03 Brisant (Unterhaltung)
    10:30 Copacabana (Unterhaltung)
    12:00 Tagesschau (Information)
    12:15 ARD-Buffet (Service)
    13:00 Mittagsmagazin (Information)
    14:00 Tagesschau (Information)
    14:10 Rote Rosen (Unterhaltung)
    15:00 Tagesschau (Information)
    15:10 Sturm der Liebe (Unterhaltung)
    16:00 Tagesschau (Information)
    16:10 Giraffe, Erdmännchen & Co (Information)
    17:00 Tagesschau (Information)
    17:15 Brisant (Unterhaltung)
    18:00 Verbotene Liebe (Unterhaltung)
    18:25 Marienhof (Unterhaltung)
    18:55 Berlin, Berlin (Unterhaltung)
    19:20 Das Quiz (Unterhaltung)
    19:50 Das Wetter (Service)
    19:55 Börse im Ersten (Service)
    20:00 Tagesschau (Information)
    20:15 Donna Leon: Die Dunkle Stunde der Serenissima (Unterhaltung)
    21:45 Panorama (Information)
    22:15 Tagesthemen (Information)
    22:43 Wetter (Service)
    22:45 Scheibenwischer (Unterhaltung)
    23:30 – 0:30 Aufgemerkt! (Unterhaltung)

    Daraus ergeben sich:

    Gesamter Tag:
    63 Minuten Service (4,3 %)
    535 Minuten Information (36,7 %)
    857 Minuten Unterhaltung (58,9 %)

    Vorabendprogramm (17:00 – 20:00)
    10 Minuten Service ( 5,5 %)
    15 Minuten Information ( 8,3 %)
    155 Minuten Unterhaltung (86,1 %)

    Abendprogramm (20:00 – 0:30)
    3 Minuten Service ( 1,1 %)
    72 Minuten Information (26,7 %)
    195 Minuten Unterhaltung (72,2 %)

    Wohlgemerkt: Der Service und die Information sind in der Tat nicht einfach weg, die stecken in den ARD Digitalprogrammen Eins Plus, Eins Extra und Eins Festival, sowie teilweise in Phoenix (für den ARD Anteil).

    Ich finde es übrigens gar nicht unredlich, bei solchen Analysen die Dritten sowie 3sat und Arte auszublenden – schließlich wird von Seiten der ÖR immer mit dem gut gemischten und damit populären Vollprogramm, dass man benötige, um Zuschauer zu binden, argumentiert. Regional, Satelliten, Kultursparten- und Digitalkanäle sind aber keine Vollprogramme und profitieren auch nicht von der Vollprogrammgestaltung des Ersten und Zweiten – mit anderen Worten, niemand schaltet 3sat ein, weil auf ARD Marienhof läuft.

    Interessant fände ich es, die Dritten und auch die Spartenkanäle auf ihren Nettoprogramminhalt abzuklopfen. Alleine vom groben Drübersehen würde ich schätzen, dass der Anteil an Wiederholungen 1/4 – 1/3 des Wochenprogramms ausmacht.

  • 11. Peer  |  15.Mai 2008 at 12:58

    @Bauer: Nenn mich altmodisch, aber “Giraffe, Erdmännchen & Co” als “Information” zu werten, find ich seltsam.

    Aber das ZDF zählt sein Unfall- und Katastrophenmagazin “hallo deutschland” ja sicher auch zur “Information”.

  • 12. stefan  |  15.Mai 2008 at 13:45

    @Peer: Dann nochmal die Frage, ob Du eine Tierdokumentation, die nicht im Münsteraner Zoo, sondern in Afrika spielt, auch nicht als “Information” werten würdest. Die Kategorien als solches sind doch unbrauchbar. Natürlich ist “Brisant” auch Information.

  • 13. Bauer vom Dreigestirn  |  15.Mai 2008 at 13:52

    Was man so Information nennt. Ich hab’ da auch einen Fehler eingebaut und Hart aber Fair zur Unterhaltung gesteckt, obwohl die ARD das zur Information zählt. Ich bin der Meinung, dass jede Talkshow per Definition ins Unterhaltungsgenre gehört. Ist aber auch egal wieviel von dem Neusprech man mitmacht: Die Proportionen ändern sich nicht.

    Lediglich das Abendprogramm vom Dienstag kann ein informativ gewertetes Hart aber Fair in den informationslastigen Bereich kippen.

    Der Tagesanteil der Information am heutigen Tag ändert sich auf 41,9 %, die Unterhaltung schrumpft auf 53,7 %.

    Über die ganze Woche gesehen dürfte sich eine ähnliche Verteilung ergeben, selbst wenn man alle grenzwertigen Formate der Information zurechnet.

  • 14. Peer  |  15.Mai 2008 at 18:08

    @Stefan: Dann ist aber *alles* Information und RTL dürfte z.B. auch die “Super-Nanny” zum eigenen Info-Anteil zählen, weil man als Zuschauer darin so praktische Erziehungstipps bekommt.

    Und ja, wenn du magst kann man es informativ nennen, wenn ARD und ZDF erzählen wie die Kobra im Zoo gefüttert und das kleine Gnu von der Mama geknuffelt und der süße Eisbär mit der Flasche aufgezogen wird. Die Geschichten sind allerdings eindeutig auf Soap-Charakter gescriptet, finde ich. Und: Ich weiß jetzt alles über Zootiere! Wie leben diese Tiere noch mal in freier Wildbahn? Kann man nicht wenigstens *abwechseln*?

  • 15. nona  |  15.Mai 2008 at 18:34

    Deswegen nennen “die” das ja auch gerne “Infotainment” – eben weil es sowohl Unterhaltung als auch Information ist. Oder zumindest sein soll.

    Natürlich könnte man sagen, das letztlich alles irgendwie unterhalten soll, selbst Service und Nachrichten und Dokumentationen und Das Wort zum Sonntag. Alles wird zumindest annähernd so produziert, dass der Zuschauer “erreicht” wird und idealerweise “dabeibleibt.” Dass “Infotainment” als Kunstwort für “unterhaltende Information” oder “informierende Unterhaltung” herhalten muss hängt für meine Begriffe damit zusammen, dass man eine gewisse (und wohl kaum zu leugnende, und gewollte) Seichtigkeit verschleiern möchte.

  • 16. ingo  |  15.Mai 2008 at 19:08

    ich sehe nicht auch nur den ansatz eines problems. “unterhaltung” gehört zur grundversorgung und punkt!

    ich bin übrigens sehr froh, dass ard/zdf keine “spannenden” dokus am nachmittag sendet. da könnte ich sie nicht sehen.

    mal ernsthaft es sollte nicht um sendezeit gehen, sondern um qualität der sendungen. da lässt sich mit sicherheit einiges verbessern.

    viel schlimmer finde ich es wenn ard und zdf zur selben zeit die gleichen bilder von bescheuerten royalen beerdigungen oder hochzeiten senden. DANN fühle ich mich verarscht.

  • 17. blariog.net&hellip  |  15.Mai 2008 at 20:33

    Grundversorgung bei den ÖR-TV-Sendern…

    Es stellt sich ja immer die Frage, ob die ÖR “genug” für die Gebühren leisten, insbesondere, weil jeder zahlt, zahlen muss. Auch Leute, die – wie ich – keinen Fernseher haben, sich nicht für Radio-Geschwafel interessieren und denen das …

  • 18. Bauer vom Dreigestirn  |  15.Mai 2008 at 21:14

    Die groben Kategorien kommen nebenbei von der ARD selbst:

    Information
    Unterhaltung
    Service

    @Ingo: Die Frage nach Sendezeit und Sendeplatz spielt durchaus eine Rolle. Stell dir mal vor, es gäbe ÖR Spartenkanäle für Unterhaltung und im Ersten und Zweiten wären die Anteile 4% U, 36 % S und 44 % I!

  • 19. Bauer vom Dreigestirn  |  15.Mai 2008 at 21:16

    (Und die restlichen Prozente die mir da abhanden gekommen sind meinetwegen Programmtafeln und Testbild. Wie früher. Hach.)

  • 20. marcus  |  19.Mai 2008 at 19:15

    Mich stört bei der “Grundversorgung” eigentlich etwas ganz anderes: Warum müssen ARD und ZDF so oft doppelten Aufwand verursachen?
    Vor allem bei Großevents, wie der bevorstehenden EM und Olympia leutet es mir irgendwie nicht ein, warum dazu immer zwei komplette Teams aus dem öffentlich-rechtlichen Lager ausrücken müssen, um dann schön abwechselnd zu berichten.
    Was man allein schon durch ein einheitliches Experten-Team sparen könnte…

  • 21. Peer  |  20.Mai 2008 at 11:08

    @marcus: Der Abstimmungsprozess zwischen ARD und ZDF wäre in diesem Fall vermutlich so aufwendig und kostspielig, dass es sich nicht rentieren würde.

  • 22. Daarin  |  30.Mai 2008 at 00:40

    Außerdem würde das dann dazu führen, dass die helfte der (IMHO sogenannten) Experten arbeitslos würde. Das kann man doch solchen armen Schluckern, wie dem Netzer oder dem Klopp (ist der eigentlich noch beim ZDF, nachdem er bei Mainz weg ist?) nicht antun.

    Nee, mal ernsthaft, warum können die das nicht so machen, ZDF kriegt die EM und ARD kriegt Olympia? und in vier Jahren tauschen sie dann. Würde den Aufwand verringern, und das ganze für die Zuschauer einfacher machen. Dummerweise würden dann wieder andere sachen rausfallen, weil die das dann ja unbedingt am Stück senden müssen. Andere Frage wäre, ob man so etwas nicht zum Teil auch auf die Spartensender auslagern könnte.

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