Praktikanten-TV bei Pro Sieben
09.Mai 2008
Darauf hat die Welt jetzt aber nicht gewartet. Seit dieser Woche hat Gina-Lisa, Ex-Kandidatin der aktuellen Staffel „Germany’s Next Topmodel“, ihre eigene Videoshow im Internet. Wobei: „Show“ ist doch etwas optimistisch formuliert. Pro Sieben hat einem Mitarbeiter eine Home-Video-Kamera in die Hand gedrückt und gesagt: Dreh mal drauf los – muss ja nicht unbedingt gut werden.
Dabei herausgekommen ist: Gina-Lisa hinter den Kulissen von „TV total“, wo sie am Dienstag zu Gast war. Und bald: Gina-Lisa hinter den Kulissen von „Kerner“, wo sie am Mittwoch zu Gast war. Gina-Lisa beim Umarmen von Fans. Und, so kündigt der Sender schon mal an: Gina Lisa auf „Männer- und/oder Wohnungssuche“.
Fünf Minuten dauert „Gina Lisas Welt“, alle zwei Tage soll es neue Folgen geben. Aber selbst für eine reine Online-Produktion ist der Backstage-Zusammenschnitt erstaunlich lieblos und langweilig geraten. So sieht es aus, wenn man mit minimalen Kosten maximale Schaumschlägerei betreibt. Doch die Zeit dafür ist günstig: Die Zuschauer lieben die viel zu blonde, viel zu knapp gekleidete „Topmodel“-Kandidatin, von der im Grunde genommen von Anfang an feststeht, dass sie die Castingshow unmöglich gewinnen wird. Dazu passt die Offenbacherin, die schon mal „Miss Schweinfurt“ und „Miss Internet“ war, einfach nicht die die Vermarktungsmechanismen für schüchterne Laufstegschönheiten. Als Mädchen mit dem großen Mundwerk allerdings hat sie jetzt einen vollen Terminkalender, hüpft von Talkshow zu Talkshow und kriegt im Pro-Sieben-Boulevardmagazin „taff“ demnächst eine eigene Reise-Kolumne.
Wahrscheinlich wird diese Karriere nicht lange dauern – jedenfalls nicht, wenn Pro Sieben weiter so sorglos mit seinem Mini-Star umspringt. Aber, ach, bald ist ja Fußball-EM und dann reden eh alle über was anderes.
Mehr über Gina-Lisa hab ich bei FAZ.NET aufgeschrieben.
Artikel gespeichert unter: Im Netz
Stichwörter: Germany's Next Topmodel, Gina-Lisa, Gina-Lisas Welt, Pro Sieben, taff
bisher 8 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben
1. viewer | 09.Mai 2008 at 16:20
Seltsam, aber die paar Zeilen, die Du hier in Deinem Blog über Gina-Lisa schreibst, sind weitaus informativer und gehaltvoller als Dein FAZ-Artikel. Da muss ich den kritischen Kommentaren dort recht geben.
Ich finde übrigens, dass ProSieben den Girls ruhig noch etwas PR-Unterricht geben sollte, denn auf Raabs Sofa das war schon echt ein Desaster. Erst sprach Gina-Lisa ständig von einer Show und Raab musste rauskitzeln, dass sie damit das
Internet-Ding meint, von ihrer Komlumne bei Taff wusste sie selbst offenbar gar nichts. Dann behaupteten sie, sie würden den Cometen moderieren und Raab musste sie korrigieren, dass sie ein klein bißchen Backstage-Geplänkel machen werden. Etc. – Also ich habe nach dem Auftritt immer noch keine Ahnung davon gehabt, was die beiden jetzt eigentlich machen. Vor allem: Wenn es nur Gina-Lisas Show ist, wieso kam dann ihre Freundin mit?
Apropos Internet-Show: Hatte eine der Kandidatinnen der letzten Topmodel-Staffel nicht auch irgendwo eine Kolumne, wo sie sich ungelenk über Fußball äußern durfte? Gibts diese Show überhaupt noch?
2. Peer | 09.Mai 2008 at 16:26
Ich finde das immer komisch, wenn Leser sich beschweren, weil man ihrer Meinung nach zu nett zu jemandem war, den sie offenbar nicht mögen (also nicht hier, sondern dort). Dann heißt es immer reflexartig: Das ist doch Boulevard! Aber: na gut.
3. Patrik | 09.Mai 2008 at 21:06
@1: ungelenk über Fußball äußern… meinst du etwa Rainer Calmunds W/EM-Botschafter-Zeugs? Der ist von Model allerdings weit entfernt
4. Ben | 10.Mai 2008 at 08:29
@ Peer
Ich finde der Artikel hier passt hier auch gut rein, den Artikel bei
der faz finde ich aber auch irgendwo gut, jedenfalls bringt er
wohl das rüber was du rüberbringen wolltest (praktisch den
Keep-It-Real-Gedanken). Finde ich auch in Ordnung.
5. viewer | 10.Mai 2008 at 12:00
@Patrik
Nein, ich meine eine Kandidatin aus der letzten Staffel von Germanys Next Topmodel, die irgendwo auf einer prominenten Seite im WWW eine Fußball-Kolumne hatte. Ging damals auch durch die Medien…
Das muss doch noch einer wissen hier!
6. Peer | 10.Mai 2008 at 12:31
@viewer: Fiona Erdmann bei Zoomer.de.
7. Danny^ | 10.Mai 2008 at 13:58
Das einzig gute an Gina-Lisa ist, dass sie aus Offenbach stammt. Wie der wehrte Danny^ auch.
8. medienpiraten.tv » &hellip | 29.August 2008 at 13:17
[...] Ich kann nur hoffen, dass das funktioniert. Denn das wäre doch der endgültige Beweis: Für gutes Fernsehen braucht man nicht mehr unbedingt — das Fernsehen. Und nicht alle Versuche der Branche, Online-TV zu machen, müssen so traurig enden wie “Gina-Lisas Welt”. [...]
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