“Wiso”, weshalb, warum? (2)

05.Mai 2008

Fortsetzung zu diesem Eintrag.

Käufer, die sich von Buhl Data bei der Nutzung des “Wiso Steuer-Sparbuchs” abgezockt fühlten, und sich daraufhin ans ZDF wandten, haben offenbar Mail von “Wiso”-Redakteur Günter D. Alt bekommen, der zugleich “Herausgeber” der Software ist. Alt schreibt, wie hier und hier in Foren-Beiträgen zitiert:

“(…) Im Fall der ‘”Jubiläumsausgabe’ handelt es sich aus Kundenbindungs-Gründen und wettbewerbsrechtlichen Überlegungen um eine eingeschränkte Programmversion: nur wenn die ‘Aktualitätsgarantie’ (verbunden mit einem Abo) online freigeschaltet wird, kann sie überhaupt benutzt werden (werfen Sie gelegentlich mal einen Blick auf den speziellen Hinweis auf der Jubiläumspackung … selbstverständlich ist da auch auf den nötigen Internetzugang hingewiesen — siehe beigefügte Screenshots).”

Das heißt: Bei “Wiso” wusste man von dem automatischen Abonnement. Aber Alt schreibt außerdem:

“(…) empfehlen auch wir, die Aktualitäts-Garantie abzuschließen, da ja auch weitere Vorteile bietet.”

Das heißt: Die Redaktion wirbt zugleich für das Abonnement?

“Das ZDF als öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt darf selbst keine wirtschaftlichen Aktivitäten entfalten. Deshalb realisieren wir sendebegleitende Produkte – wie das WISO-Sparbuch -, die inhaltlich weitgehend von uns bestimmt werden, mithilfe von Kooperationspartnern, die bereit sind, dafür das wirtschaftliche Risiko zu tragen (aus Gebührengeldern fließt kein einziger Cent in diese Zusammenarbeit). Deshalb will und kann das ZDF auch nicht in die geschäftlichen Dispositionen solcher Kooperationspartner eingreifen.”

“Inhaltlich weitgehend mitbestimmt” — das heißt: das ZDF trägt mit die Verantwortung für dieses Vorgehen? Und:

“Warum ist die Aktualitäts-Garantie so wichtig für Sie? Wissen Sie, dass es in Deutschland -
- 185 Steuerformulare und ca. zwei Dutzend Anlagen gibt?
- 200 verschiedene Gesetze die Steuer-Details regeln?
- 100.000 Verordnungen die Durchführung der Steuererhebung festlegen?
Fast täglich ändern sich Rahmenbedingungen. Mit der WISO Aktualitäts-Garantie braucht Sie das alles nicht zu kümmern.”

Das kenne ich doch irgendwoher. Ach ja, vom Flyer, der einem entgegenplumpst, wenn man die Packung der Software öffnet, und auf dem drigend die “Aktualitäts-Garantie” empfohlen wird.

wisosp06.jpg

Artikel gespeichert unter: Im Allgemeinen

bisher 7 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Danny  |  05.Mai 2008 at 15:22

    Genau 100.000 Verordnungen zum Theme Steuern. Fürs Zählen wurden hochgradig dekorierte Mathematiker angeworben, die durch unsere GEZ bezahlt wurden.

    Wer genau 100.000 Verordnungen zählen kann, kann doch bitteschön auch die “ca. zwei Dutzend Anlagen” gezählen? Was soll da das “circa”.

  • 2. nona  |  05.Mai 2008 at 16:32

    Vorgehen wie folgt:

    “Updates” akzeptieren. Zur Not auch “Abo” akzeptieren. Da -durch lückenlose Screenshots des Vorgangs belegt- nicht klar ersichtlich ist, ob das am Ende kostenpflichtig ist, schlichtweg nicht zahlen. Rechtstreit abwarten und mal sehen, ob die den dann angesichts der zu erwartenden schlechten Presse und der Erfolgsaussichten wirklich durchziehen wollen.

    Anders gesagt: Was bei Abzock-Websites mit deren untergejubelten Abos funktioniert (vor denen derlei Verbraucherratgebersendungen ja immer so gerne warnen, und immer raten, man solle nicht zahlen), dürfte analog hier genauso funktionieren.

  • 3. Florian Dersch  |  05.Mai 2008 at 17:05

    Also ich würde diese Schweinerei entweder dem “WISO-Detektiv” melden oder noch besser den zahlreichen Verbrauchermagazinen in den dritten Programmen der ARD… also beispielsweise “WDR Markt”, “NDR Markt”, “SWR Infomarkt”. Wenn dort keiner reagiert, dann ab damit zum “Escher im MDR” – der kämpft für alle.

    Mal gucken, ob die Kollegen sich auch gegen Nepper, Schlepper, Bauernfänger und Abzocker einsetzen oder ob hier die öffentlich-rechtliche Solidartät siegt…
    Viel Glück!

  • 4. Danny^  |  05.Mai 2008 at 19:09

    Aber im ersten Artikel steht doch gleich beim ersten Screenshot, dass es Geld kostet, liebe Nona.

  • 5. nona  |  05.Mai 2008 at 21:34

    Sicher steht dabei dass “es” Geld kostet, aber was? Und wann? Und wie? Und überhaupt. Peers Verwirrung im Telefonprotokoll kommt ja nicht von ungefähr, bzw. sowas hat ja Methode, die Kunden sollen ja mittels doppelten Negativabfragen und Wortdefinitionswechseln verwirrt werden und zur Not ihre Abos halt versehentlich abschliessen, weil nicht klar ersichtlich ist, welcher Klick denn nun zum definitiven Vertragsabschluss führt und welcher nicht. Und wenn man dann von einem Moment auf den anderen im Abo ist, und die Software dann direkt ihr Online-Update durchgeführt hat, ist damit schon eine im Abo enthaltene Leistung erbracht worden (was [Kunde] ja nie wollte) die den Rücktritt vom versehentlich und durch gezielte Verwirrung entstandenen Vertrag erschwert oder unmöglich macht, usw. – alles Taktik.

    Wäre es eine Installationsroutine, käme da vermutlich irgendwann eine Checkbox an der stünde “Nein, ich bin sicher, dass ich die Löschung des Updates nicht deinstallieren will” gefolgt von drei Buttons “Rückgängig/Abbrechen/Löschen”…

  • 6. Ralph  |  14.Mai 2008 at 19:33

    Ich kann die Aufregung um die WISO Steuersoftware 2008 nicht nachvollziehen. Ich selbst benutze die Software und auch den Update und Aktualitätsservice schon seit Jahren.
    Es gibt bei der Installation klare Auswahlmöglichkeiten und deutliche Hinweise ab wann, welche Kosten entstehen.

    Und vergessen zu kündigen kann man eigentlich auch nicht. Zumindest ich bekomme regelmäßig einmal im Jahr Post mit dem Hinweis, das mir die neuste Version in Kürze zugesandt wird, wenn ich nicht bis dann und dann widerspreche.

    Aber wer bei der Installation etwas anklickt ohne zu lesen was und später die Post von Buhl für Werbung hält und ohne sie zu öffnen dem Altpapier zuleitet sollte nicht andere für seine Fehler verantwortlich machen.

  • 7. Nico  |  07.Juni 2008 at 11:17

    Hi! Ich hab von buhl ne Mail zu fem Thema bekommen. Soll ich die euch weiterleiten? Schöne Grüße – Nico.

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