“Wiso”, weshalb, warum? Wer mal fragt, bleibt dumm
05.Mai 2008
Beim ZDF-Magazin “Wiso” haben Sie eine merkwürdige Einstellung: Wenn die Redaktion Unternehmen auf die Füße treten kann, die ahnungslose Verbraucher mit merkwürdigen Tricks in die Irre führen, dann machen Sie einen Beitrag draus. Und wenn ahnungslose Verbraucher sich beschweren, dass sie mit merkwürdigen Tricks bei einem Produkt, auf dem der Name “Wiso” steht, in die Irre geführt wurden, dann schreiben Sie freche Mails zurück und der Redaktionsleiter Michael Opoczynski reagiert am Telefon unfreundlich auf Presseanfragen.
Es gibt, wie zahlreiche Nutzer im Internet schreiben, offenbar massive Probleme mit dem “Wiso Steuer-Sparbuch”, einer Software der Firma Buhl Data Service, mit der sich die Steuererklärung am PC erledigen lässt. Wer nicht aufpasst, fängt sich bei der Installation ein Abonnement ein und wird hinterher zur Kasse gebeten.
In der “Jubliäumsversion 2007″ gab es, wie die Pressestelle bestätigt, keine Option, das überhaupt zu vermeiden (siehe z.B. Kundenberwertungen bei Amazon). Und in der aktuellen Version, ist es kaum möglich zu verstehen, mit welchem Klick man nun Abonnent wird und mit welchem nicht. (Die ganze Geschichte habe ich für die “F.A.S.” aufgeschrieben, siehe hier bei FAZ.NET.) In der vergangenen Woche habe ich mir das “WISO Steuer-Sparbuch 2008″ selbst mal installiert, natürlich mit dem Wissen, dass man dabei wegen der so genannten “Aktualitäts-Garantie” aufpassen muss, mit der notwendige Updates vom Programm heruntergeladen werden (und das Abo in Kraft tritt). Das war gar nicht so leicht. Und ziemlich verwirrend. Was bleibt einem da anderes übrig als die Hotline anzurufen? (Notiertes Gedächtnisprotokoll)
Schönen guten Tag, Buhl Data Service-Hotline. Mein Name ist X. Was kann ich für Sie tun?
Schönen guten Tag. Ich hab ‘ne Frage zu Ihrem “Wiso Steuer-Sparbuch”, das ich gerade gekauft habe.
Eine Sekunde bitte. Haben Sie Ihre Kundennummer zur Hand?
(…)
Ähm. Ich hab das ja jetzt installiert und das gesehen mit dieser Aktualitäts-Garantie, das wollte ich ja nicht machen. Und hab mich nur registriert, und meine Frage ist: Das Programm fragt mich jetzt immer, ob ich updaten mag. Darf ich das denn machen? Oder muss ich dann auch die “Aktualitäts-Garantie” kaufen? Das versteh ich noch nicht.
Also wenn Sie sich bei uns registriert haben, dann haben Sie doch eine Kundennummer.
(…)
Ich kann ja am Anfang auswählen, ob ich die “Aktualitäts-Garantie” erwerben mag oder nicht. Das hab ich ja nicht. Ich hab “verzichten” angeklickt.
Ok. Ist ja auch gar kein Problem, Herr Schader. Aber was ist jetzt Ihre Frage?

Screenshots: Buhl Data Service
Das Programm sagt mir immer, dass ich updaten soll.
Sie müssen updaten. Sie können das natürlich auch manuell machen. Sie können diese Update-Aufforderung auch abschalten.
Aber wenn ich das jetzt aktiviere, hab ich nicht auch automatisch diese “Aktualitäts-Garantie”? Ich verstehe nämlich jetzt den Zusammenhang nicht.
Sehen Sie die “Aktualitäts-Garantie” mal so, Herr Schader: Das ist ein Abonnement.
Aber ich will ja kein Abonnement.
Ja, aber wenn Sie die nicht freischalten, bekommen Sie auch nicht automatisch die Updates. Sie müssen das nicht verlängern. Das ist nicht das Problem. Aber Sie müssen Sie freischalten, sonst kriegen Sie eben nicht die Updates.
Also: Wenn ich das Programm öffne, heißt es: “Jetzt nach Updates suchen — empfohlen!” Wird automatisch aktualisiert. Was passiert denn, wenn ich jetzt auf “Ja” klicke? Habe ich dann diese “Aktualitäts-Garantie” abonniert?
Die läuft erstmal unbefristet, ja. Weil Sie können in Ihrer Auswahl nicht angeben, dass die abläuft.

Screenshot: Buhl Data Service
Aber ich hab doch, als ich das Programm installiert habe, dass ich verzichte.
Dann bekommen Sie auch keine Updates.
Jedes mal bekomme ich jetzt gesagt wenn ich das Programm öffne: “Jetzt nach Updates suchen.” Da steht nichts von einer “Aktualitäts-Garantie”.
Das kommt dann danach.
(…)
Der sagt dann: “Neues Update verfügbar. Update herunterladen.” Und…
Herr Schader, wir jubeln Ihnen doch keinen Vertrag unter mit irgendeiner völlig anderen Aussage. Das machen wir doch nicht.
Ok. Aber hier steht jetzt wieder: “Es liegt eine neue Programmversion vor, Sie können im Rahmen der Aktualitäts-Garantie Ihre Software jetzt kostenfrei aktualisieren.” Aber das will ich ja nicht: Ich will keine “Aktualitäts-Garantie”.
Herr Schader, Sie möchten doch die Programm-Updates haben und in Ruhe damit arbeiten. Also Sie möchten natürlich auch die “Aktualitäts-Garantie”, die Sie ja sowieso schon bezahlt haben, die soll ja bei Ihnen auch aktiv sein. Sonst hätten Sie sie ja umsonst bezahlt. Was Sie nicht möchten, ist, dass sich das automatisch verlängert. Das ist jetzt nicht das Problem. Das kann ich den Kollegen schon mitteilen.
Aber wenn ich das jetzt aktiviere, dann verlängert sich das schon?
Das ist erstmal unbefristet und das verlängert sich dann natürlich, wenn Sie das nicht kündigen. Wenn Sie mir jetzt sagen, das soll jetzt gleich gekündigt werden, dann geb ich das den Kollegen auch so durch.
(…)
Ok. Na gut. Dann weiß ich Bescheid. Ich bin jetzt ziemlich verunsichert.
Herr Schader, Sie brauchen nicht verunsichert zu sein. Sie können die “Aktualitäts-Garantie” in Ruhe aktivieren, dann bekommen Sie auch die Updates direkt auf den Rechner, und ich werde gleich, wenn Sie mir Ihre Email-Adresse gegeben haben, die Kollegen informieren, dass sich das nicht automatisch verlängern soll.
(…)

Screenshot: Buhl Data Service
Vielen Dank an Daniel B. für die Anregung und an Stefan fürs Überlassen.
Wie das ZDF auf Nutzerbeschwerden reagierte? Hier steht die Fortsetzung.
Artikel gespeichert unter: Im Allgemeinen

bisher 14 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben
1. Danny | 05.Mai 2008 at 15:17
Haha, habe mir das auch gekauft dieses Jahr. Als es dann daran ging, meine Steuerdaten per ELSTER Modul an das Finanzamt zu transferieren, musste ich auch rumaktualisieren. Das hat mich, ähnlich wie dich, stark verwirrt (bin eh leicht zu verwirren).
Danach hab ich es einfach gelassen und das “normale” ELSTERFormular genommen (was frei beim Finanzamt runterzuladen ist). Da muss man sich mit den Formularen ein wenig auskennen und manuell eingeben, aber nachdem man ja per Wiso Sparfuchs alles schon optimiert, muss man “nurnoch” abtippen.
Aber, du, Peer, nachdem du ja jetzt dieses Wiso Steuersparschwein hast, kannst du mir meine Steuererklärung machen? Das wär prima.
2. Peer | 05.Mai 2008 at 15:23
@Danny: Das kostet aber, und du musst ein Abo abschließen, dass ich es nächstes Jahr auch mache.
3. Werner | 08.Mai 2008 at 12:22
Ich habe das Sparbuch schon seit einigen Jahren und das Abonnement ist ja auch ganz praktisch. Aber diese Version bringt mich noch dazu, den Vertrag zu kündigen. Denn ständig wird man daran erinnert, das Programm zu aktualisieren, aber auf meinem PC funktioniert der Update aus einem unerfindlichen Grund nicht. Gut, die Updates kann man auch manuell installieren, aber wenn ich die Steuererklärung vom Finanzamt abholen will, muss ich einen Update machen (obwohl alles aktuell ist). Und der Support löst das Problem auch nicht.
4. Informelles&hellip | 08.Mai 2008 at 13:04
WISO Software schiebt Abo unter…
Die Steuersoftware “WISO Steuer-Sparbuch” schiebt den Anwendern geschickt ein Abo für weitere Updates unter.
Die Steuersoftware, die von der Firma Buhl Data Service hergstellt und über das ZDF-Magazin WISO beworben und vertriebe…
5. medien-gerecht » Bl&hellip | 15.Mai 2008 at 11:57
[...] Donnerstag, 15. Mai 2008 11:56 Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Rundfunk Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikelkommentieren [...]
6. meadow.sekhu.net - land o&hellip | 16.Mai 2008 at 01:04
[...] internetist genau das Problem. Wir bezahlen eine “Informationssteuer” > an die GEZ und zwar nicht für den Empfang des ÖR Programmes, > sondern für den BESITZ eines Rundfunkgerätes. det stimmt, und da sollte was gemacht werden. allerdings fällt mir auch keine alternativlösung ein. > Ich kann aber nicht an die GEZ schreiben: “Ich kündige den Empfang > Ihres Rundfunkprogrammes, bitte stellen Sie die Versorgung meines > Haushalts ein. Vielmehr muß ich nachweisen daß ich meine > Rundfunkgeräte mit entsprechenden Filtern ausgestattet habe. selbst das hilft nicht. im rundfunkstaatsvertrag steht, daß “das bereithalten” eines gerätes zur gebührenzahlung verpflichtet. ich stell mir das lustig vor: jemand, der keinen fernseher hat, aber einen verschenken will, kauft diesen aufgrund eines supergünstigen angebotes schon2 oder 3 monate vor dem schenkungsdatum und stellt die verschlossene kiste in seine wohnung. oops – schon ist er gebührenpflichtig. [...]
7. deine-internet-infos &raq&hellip | 16.Mai 2008 at 14:05
[...] internet… > > … > > Dass das ZDF sich mit einem Dienst von Microsoft zusammengetan > > hat, ist ohnehin ein Witz sondersgleichen. > > Das ist die Entscheidung der Onlineverantwortlichen des ZDF. Wenn > es > Dir nicht paßt, laß Dich in den Rundfunkrat wählen. Das ist genau das Problem. Wir bezahlen eine “Informationssteuer” an die GEZ und zwar nicht für den Empfang des ÖR Programmes, sondern für den BESITZ eines Rundfunkgerätes. Ich kann aber nicht an die GEZ schreiben: “Ich kündige den Empfang Ihres Rundfunkprogrammes, bitte stellen Sie die Versorgung meines Haushalts ein. Vielmehr muß ich nachweisen daß ich meine Rundfunkgeräte mit entsprechenden Filtern ausgestattet habe. Darüber, was mit dieser Zwangsabgabe geschieht, befindet der ehrwürdige Rundfunkrat, auf den ich keinen Einfluß habe. > BTW: Wie wäre es mit öffentlich-rechtlichem Internet? Ich würde > eine > solche Einrichtung sehr begrüßen. Gute, kritische Inhalte zu einem > fairen Preis => jederzeit! Einverstanden, wenn ich entscheiden kann, ob ich diesen Inhalt zu diesem Preis haben will oder nicht. [...]
8. Norina Fielsch | 26.Mai 2008 at 22:19
Mal ‘ne ganz dumme Frage: Wo wird denn bei dem angeblichen Vertragsabschluss der gesetzlich vorgeschriebene Hinweis auf das Widerrufsrecht untergeschoben? Lt. Fernabgesetz besteht ohne gülttige Widerrufsbelehrung eine unendliche lange Möglichkeit den Vertrag zu widerrufen – auch wenn man schon bezahlt hat. Also, falls keine formgerechte Belehrung über das Widerrufsrecht erfolgte, einfach den Vertrag widerrufen und das Geld zurückfordern.
9. medienpiraten.tv » &hellip | 22.Juli 2008 at 23:56
[...] sich über das ungewollte Abonnement beschwerten, hätten halt nicht richtig hingeguckt (siehe auch Blog). Bei “Markus Lanz” gab Opoczynski sich jetzt wieder etwas verbraucherfreundlicher als [...]
10. Frank Lehmann | 05.September 2008 at 20:18
Habe mir auch die WISO Software gekauft und das mit der Aktualitätsgarantie abgeschlossen (unwissentlich). Ist doch klar, dass wenn ich eine Software kaufe, auch das aktuelle Update haben möchte. Nach einiger Zeit kam dann auch promt die neue Version und eine Rechnung (bzw. erstmal nur die Rechnung, aber das ist ne andere Geschichte). Das war nun definitiv meine letzte WISO Software. (bei “Mein Geld” passiert wohl das Gleiche).
11. Herbert | 06.September 2008 at 00:41
Von Buhl Data gab es auch mal die Pc Firewall, die ich jahrelang hatte. Jedes Jahr gab es eine neue Firewall, da ich dummerweise damals meine Daten in der Registrierung angegeben hatte.
Bis die FW auf dem Pc auf einmal nicht mehr funktionierte.
Lfd Abstürze, habe ich das Abo gekündigt.
Für vier Wochen Nutzung (offene Verpackung) gab es weder Ersatz noch Erstattung des Geldes.
Paar Monate später bekam ich wieder eine CD mit einem Antivir Programm unaufgefordert zugeschickt.
Die ich wieder zurück schickte.
Genau ein Jahr später bekam ich schon wieder die CD mit der Firewall (Outpost) zugeschickt, unaufgefordert.
Wieder eine Mail geschickt, mit der Wiederholung, dass ich Abo hiermit nochmals kündige und meine Kontodaten zu löschen sind.
Und jetzt lese ich das hier über WISO von Buhl-Data.
Früher war das anders. Haben die das so nötig?
12. Vorsicht - Wiso Software &hellip | 17.Oktober 2009 at 12:43
[...] fngt sich bei der Installation ein Abonnement ein und wird hinterher zur Kasse gebeten. Quelle:medienpiraten.de Jaja,die ach so serisen r! Aber immerhin ist man sich nicht zu fein in anderen r sendungen [...]
13. kaufmann nutzer | 29.Oktober 2009 at 09:25
ich habe die selben Probleme mit dem WISO Kaufmann.
Nur 3x installieren und nach 365 Tagen ist Nutzungsende,
Das ist aber erst seit der 2007 Version.
Anfang September ist Nutzungsende und die neue Version kommt erst Ende Oktober auf den Markt. Und auf Nachfrage beim Service bekommt man nur Angaben die nicht helfen,
weil sie das generelle Problem der Nutzungsfristen nicht beseitigen.
Und was macht man wenn man auf Vista und dann auf Windows 7 umsteigen will oder zwischendurch noch die Festplatte defekt ist?
Und dann das mit der Aktualitätsgarantie !!
Dann sind da noch diese Anzeigen die nerven, wenn man sich bei der Eingabe des Passworts vertippt hat, 4x muss man bestätigen dass man weiß das man sich vertippt hat.
Die die 2010 Version kaufe ich mit Sicherheit nicht mehr.
Es gibt im Internet Programme die keine Beschränkungen haben,
die für 50€ zu haben sind, die zwar keine FiBu und Lohnbuchhaltung haben, die ich sowie so nicht brauche,
aber dazu noch sehr viel einfacher zu bedienen sind.
Man kann nur jedem raten das selbe zu tun !!
14. Dieter Tacke | 27.Dezember 2009 at 19:24
Definitiv das letzte Mal, dass ich ein Programm aus dem Hause Buhl gekauft habe. Mein Geld habe ich mir gekauft, um damit online-Banking zu machen. Nach 1 Jahr wird mir genau diese Funktion wegen der nicht abgeschlossenen Aktualitätsgarantie abgeschnitten. Das ist ein unverschämte Abzocke. Ich frage mich, wie lange es BUHL noch geben wird.
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