ARD auf der schiefen Bahn
12.Oktober 2007
Wieviele dämliche Wortspiele zum Thema Bahn fallen einem ein, wenn man in den “Tagesthemen” einen Kommentar zum Lokführerstreik und den vorherigen Tarifverhandlungen zu sprechen hat? Anna Kyrieleis vom RBB kriegt eine beachtliche Liste zusammen:
“Gut, dass bei der Bahn jetzt wieder Bewegung reinkommt. Ein Lichtblick am Ende des ewig langen Tunnels. Aber um so absurder ist es doch, dass morgen wieder gestreikt wird. Herr Schell, in diesem Punkt haben Sie sich selber schön aufs Abstellgleis manövriert. (…) Hätte man nicht wenigstens die Gespräche heute abwarten können, um danach zu entscheiden, ob gestreikt wird oder nicht? Ein — wie man jetzt sieht — unnötiges Bremsmanöver in einer ohnehin verfahrenen Situation. (…) Herr Schell, (…) seien Sie doch endlich ein echter Lokführer und zeigen Verantwortungsbewusstsein. Ziehen Sie jetzt noch die Notbremse und blasen den Streik für morgen ab. Vom Rückwärtsgang in den Vorwärtsgang, Richtung Einigung.”
Und mal abgesehen davon, dass diese Forderung gestern gegen 22.25 Uhr organisatorisch gesehen völliger Quatrsch war, wie GDL-Chef Manfred Schell im “Tagesthemen”-Beitrag vorher erklärt hat, weil innerhalb so kurzer Zeit unmöglich alle Streikzentralen deutschlandweit zu erreichen seien, fürchte ich mich immer mehr vor diesen ARD-Journalisten, die meinen, sie müssten ihre halbgaren Meinungsbeiträge mit Metaphern zuschütten, damit keiner merkt, was sie für einen Unsinn reden.
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bisher 9 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben
1. Dave | 12.Oktober 2007 at 10:47
In welchem Jahrhundert lebt denn die GDL? Nicht nur mit ihren Forderungen nach 30% mehr Lohn, sondern auch in der Beherrschung von Kommunikationsmedien scheinen die Lokführer nicht ganz auf der Höhe der Zeit zu stehen. Wie wär’s denn z.B. mit einer Konferenzschaltung? Die gibts inzwischen zu einem Preis, für den auch ein Lokführer keine Gehaltserhöhng von 30% braucht.
2. Peer | 12.Oktober 2007 at 10:52
Naja, ich kann mir durchaus vorstellen, dass das nicht so einfach geht bis da jeder Einzelne informiert ist. Und selbst wenn es nach dem Ende der gestrigen Verhandlungen noch gegangen wäre: Telefonkonferenz nach Kyrieleis’ Kommentar um halb elf ist halt doch ein bisschen spät, wa?
3. Danny | 12.Oktober 2007 at 13:44
Die haben doch alle Funk um Zug? Ausserdem guckt ja jeder anständige Lokführer Tagesthemen und hält sich nicht auf den Privaten auf.
4. Uwe | 12.Oktober 2007 at 15:44
Also, da muss ich auch Dave recht geben. An 200 Stellen hätte man bescheid sagen müssen, hab ich irgendwo gelesen. Wenn das nicht möglich sein soll, dann weiß ich auch nicht…
Man hätte alternativ den Streik ja auch nicht 22 Stunden durchziehen müssen, selbst wenn man nicht alle gleich um 22:25 Uhr erreicht hätte. Die GDL will der Bahn IMHO einfach demonstrieren, wie sich ein voller Tag Streik so anfühlt, um am Montag ein besseres Angebot zu bekommen.
5. viewer | 12.Oktober 2007 at 16:24
Ich fand auch diese direkte Ansprache von Frau Kyrieleis (“Herr Schell, seien sie doch…”) und diese Oberlehrerhaftigkeit ziemlich arrogant und die Dame einfach unsympathisch.
6. Lukas | 12.Oktober 2007 at 20:10
Aber das ist doch noch … äh: harmlos, verglichen mit dem, was einem die ARD im “Nachtmagazin so zumutet.
7. Peer | 12.Oktober 2007 at 21:10
@Lukas: Ich bin zu alt, um noch so lange aufzubleiben und meine Zeit ans Nachtprogramm zu verschwenden, hab ich mir mal überlegt.
8. Lukas | 13.Oktober 2007 at 14:14
@Peer: Wenn ich das noch öfter gucken muss, fühle ich mich bald auch zu alt. Außerdem gehen meine Beißhölzer zur Neige …
9. medienlese.com » Bl&hellip | 15.Oktober 2007 at 00:21
[...] AP meldete, dass Tom Buhrow, Moderator der Tagesthemen, kein Toupet trägt und vielleicht im Alter eine Rentner-Band gründen möchte. Die ARD geriet auf die schiefe Bahn und Muslime lachten herzhaft, als Günter Wallraff in privatem Kreis aus Rushdies «Satanischen Versen» las. [...]
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