Hauptsache, es gibt was zu feiern
14.Mai 2007
Ich muss zugeben, dass ich den Grimme Online Award nicht verstehe. Ich ahne, wozu er gut sein könnte. Aber die Systematik, mit der jedes Jahr “qualitativ hochwertige Websites” ausgezeichnet werden sollen, ist für mich völlig undurchschaubar.
Es gibt drei Kategorien: “Information”, “Wissen und Bildung” sowie “Kultur und Unterhaltung”. In jeder Kategorie gibt es sechs bis sieben Nominierte. Weblogs konkurrieren mit Informationsangeboten von öffentlich-rechtlichen Sendern und Verlagen, Stadtmagazinen und Videoportalen. Das lässt sich eigentlich unmöglich miteinander vergleichen. In Marl versucht man’s trotzdem.
Dabei ist es höchst erstaunlich, welche Websites es in diesem Jahr auf die Nominierten-Liste geschafft haben. Da ist zum Beispiel hausgemacht.tv, ein Videoportal der Pro-Sieben-Sat.1-Tochter Seven One Intermedia, das Nutzern Fragen des Alltags per Video beantworten soll: Wie backe ich einen Kuchen? Wie wechsele ich einen Reifen? Wie entsorge ich Hundekot? Das ist vielleicht eine schöne Idee, weil jeder seine eigenen Erklärvideos hochladen kann. Für Sat.1 dient die Plattform aber vor allem der Zweitverwertung von Service-Beiträgen aus “Sat.1 am Mittag” und dem “Frühstücksfernsehen”.
Viel spannender ist jedoch: In diesem Jahr konnten die Nutzer bis zum 31. März ihre Vorschläge für die Award-Nominierungen beim Grimme-Institut einreichen. hausgemacht.tv ist aber erst im April offiziell gestartet (und wäre bei der Preisverleihung am 20. Juni gerade einmal zwei Monate online).
Aus welchem Grund bitte schön sollte man ein Online-Angebot einer großen privaten Sendergruppe auszeichnen, das nicht einmal ein halbes Jahr überdauert hat? Und wieso schafft es hausgemacht.tv nach dem Ende des Nominierungszeitraums überhaupt noch auf die Liste?
Ähnliches gilt übrigens für das Videomagazin “Watch Berlin”, das derzeit vor allem von seinen Promi-Kolümnchen lebt und vom Großverlag Holtzbrinck finanziert wird. “Watch Berlin” gibt es, wenn ich mich recht entsinne, gerade mal seit Ende Februar.
Partner des Grimme Online Awards ist der ARD-ZDF-Kooperationssender 3sat. In dessen Magazin “neues” stellte die Redaktion am Sonntagnachmittag die Nominierten vor – besser gesagt: eine vorselektierte Auswahl. Ein paar Sekunden wurde in höchst missverständlichem Zusammenhang das Blog des geschätzten Kollegen Niggemeier gezeigt und nachher durfte Monika Porrmann einen Satz zu ihrer Website “Nach 100 Jahren” sagen.
Den Rest der Zeit hatte “neues” reserviert, um das Kinder-Nachrichtenportal “logo” vorzustellen (eine ZDF-Produktion – “ganz anders, aber ebenso gut”), das “Polylog” (eine RBB-Produktion), die Heimat-Website “Almenrausch und Bauernsterben” (eine BR-Produktion – “informativ und originell”) und um ausführlich auf das Angebot “Weihnachten global” von “ZDF.reporter” einzugehen. Nichts gegen die Leistung der Kollegen – aber der Beitrag war eher eine Werbeveranstaltung für ARD- und ZDF-Websites als eine neutrale Kandidatenvorstellung.
Am Ende wies die “neues”-Moderatorin dann noch auf die Abstimmung für den Publikumspreis hin, die konsequenterweise nur über die Seite des “Medienpartners” “TV Spielfilm” erreicht werden kann, und sagte: Den Link dahin gibt’s auf der Website von 3sat.
Ja, so funktioniert Internet im Fernsehen.
Das immerhin passt alles ganz prima zum Grimme Online Award, bei dem sich bis zum vergangenen Jahr der Sponsor Intel in Szene setzen durfte und irritierte Promis aus Übersee zur Verleihung holte, damit die dann dort gestehen können, dass sie mit Internet sonst eigentlich nichts am Hut hätten, den Gewinnern aber von ganzem Herzen gratulierten. In diesem Jahr ist Intel erstmals nicht mehr Sponsor. Auf Nachfrage heißt es bei dem Unternehmen, man wolle sich auf das Sponsorship in der Formel 1 konzentrieren.
Wie gesagt: Ich ahne, wozu er gut sein könnte, der Grimme Online Award. Doch in seiner jetzigen Form hat er für mich nicht viel mit diesem möglichen Anspruch zu tun.
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Stichwörter: 3sat, Grimme Online Award, TV Spielfim
bisher 22 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben
1. Marc | 14.Mai 2007 at 21:45
Ah, ich bin anscheinend nicht ganz allein mit meiner Preiskritik.
“Planet Wissen” gewann vor Jahren den GOA. Na toll. Welche Überraschung. Die Site ist ein Abfallprodukt einer Fernsehsendung.
Solange der GOA nicht zwischen Sites mit bezahlter Redaktiojn und privaten Websites unterscheidet, ist der meiner Meinung nach uninteressant – und alljährlich diesen Aufreger wert.
2. Clarissa | 15.Mai 2007 at 02:26
Zu der Frage: “Und wieso schafft es hausgemacht.tv nach dem Ende des Nominierungszeitraums überhaupt noch auf die Liste?”
2006 wurden offenbar auch riesenmaschine.de und heise.de nachnominiert. Und 2003 beispielsweise perlentaucher.de, netzeitung.de/medien/altpapier und netzspannung.org…
3. Clarissa | 15.Mai 2007 at 02:32
2005 übrigens auch blinde-kuh.de und spiegel.de.
In den heißt es jeweils dazu: “Die Jury für den Grimme Online Award hat von ihrem Recht Gebrauch gemacht und Websites aus dem Wettbewerbskontingent nachnominiert.”
4. Peer | 15.Mai 2007 at 08:37
@Clarissa: Aber hausgemacht.tv ist ja nicht nachnominiert worden, sondern stand von Anfang an auf der Liste der Nominierten. Bei den anderen gab es – soweit ich mich entsinne – einen Zeitraum zwischen ersten Nominierungen und den Nachnominierungen. Zumal die Grimme-Beschreibung aussagt, dass die Jury dieses Recht hat – und nicht die Nominierungskommission.
5. Quickie am Morgen : Der B&hellip | 15.Mai 2007 at 09:14
[...] Vom Blog zum Buch zum Preis Ein Buch, das auf einem Blog basiert, heißt Blook. Der Blooker-Preis 2007 für das beste Blog-Buch geht den amerikanischen Soldaten Colby Buzzell. Er verarbeitete seine Erlebnisse aus dem Irak-Krieg in seinem Blog “My War”. Hier geht es zum Blog „My War“ >> Via Krusenstern >> Werbung in Blogs: Quo Vadis? trigami und adical – Werbung in Blogs ist ein Thema, das Du die Blogosphäre zu spalten scheint. Ab 16.00 Uhr beantworten Patrick Breitenbach und Roland Kühl- v. Puttkamer vom Werbeblogger in der Blogsprechstunde alle Fragen nach bestem Wissen und (hoffentlich auch) Gewissen. Hier geht es zur Blogsprechstunde >> Burda steigt ins Blog-Geschäft ein Das Medienhaus Burda steht kurz davor, sich am Blog-Hoster blog.de zu beteiligen. Derzeit wollen allerdings beide Seiten noch keinen Kommentar abgeben. via deutsche-startups.de >> Fragwürdige Nominierung beim Grimme Online Award Bis Ende März konnten Internet-User ihren Favoriten für den Grimme Online Award vorschlagen. Erst im April aber startete das Angebot hausgemacht.tv der ProSieben-Sat1-Tochter Seven One Intermedia. Das macht Peer Schrader stutzig. Mehr dazu bei den medienpiraten >> Web 2.0 in Deutschland – Alles nur geklaut? Deutschland ist alles Andere als das Land der Ideen. Zumindest wenn es um das Web 2.0 geht. Behauptet das amerikanische Blog TechCrunch und führt auch noch auf, wie die deutschen Applikationen im Original heißen. Mehr bei TechCrunch >> Welt redigiert künftig alle Blogs Der Skandal bei der Welt Online um das Posting von Alan Posener führt dazu, dass künftig alle Blogs redigiert werden. Sagt Welt-Online-Chefredakteur Keese im Interview mit der Süddeutschen. Hier geht es zum Interview >> via Medienblogger >> Tags: Blooker-Preis, Colby Buzzell, Irak-Krieg, My War, trigami, adical, Burda, blog.de, Grimme Online Award, Web 2.0, Welt Online, Welt Debatte Rubrik(en): Seite 1 Feed für Kommentare: RSS 2.0 Trackback: http://www.blogbote.de/wp-trackback.php?p=1555 Bookmarks: yigg it! | wong it! [...]
6. Friedrich Hagedorn | 15.Mai 2007 at 09:49
Hier scheinen mir doch ein paar – hoffentlich – klärende Worte des Veranstalters angebracht:
1. Der Grimme Online Award will ja nicht nur etablierte, bereits seit längerer Zeit bewährte Angebote würdigen, sondern eben auch neue Ideen und kreative Konzepte. (Wir fragen allerdings nach, ob dieses nicht nur Eintagsfliegen sind, sondern zumindest eine mittelfristige Perspektive gewährleistet ist.) Was dann letztlich nominiert und ausgezeichnet wird, darüber entscheiden Nominierungskommission und Jury.
2. Die Frage eines unterschiedlichen Maßstabs für “kleine” und “große” Anbieter stellen wir uns natürlich auch immer wieder. Da es jedoch gerade in der Online-Welt sehr viele Zwischenstufen der Semi-Professionalität gibt, würden wir uns vermutlich in Zuordnungs- und Abgrezungsproblemen verheddern (zumal wir uns auf die Angaben der Anbieter verlassen müssen).
Außerdem bewertet der Grimme Online Award ja aus der Perspektive der Nutzer, denen im Zeifelsfall die Herkunft eines Angebots egal ist.
3. Nun zu “hausgemacht.tv”: Die wurden noch in der Wettbewerbsphase vor dem 31. März eingereicht und waren am 30.3. online (auch wenn die PM erst später erschien). Auch die Jury kann übrigens nur Angebote aus dem Wettbewerbskontigent nachnominieren, die also rechtzeitig und ordnungsgemäß eingereicht wurden und auch der Nominierungskommission vorlagen.
7. medienpiraten.tv » &hellip | 15.Mai 2007 at 10:49
[...] Friedrich Hagedorn vom Adolf Grimme Institut hat an dieser Stelle auf meine Kritik am Grimme Online Award geantwortet. Über die Nominierung von hausgemacht.tv, das laut Pressemitteilung erst im April startete, und damit gar nicht mehr rechtzeitig auf die Liste der Nominierungsvorschläge hätte kommen können, schreibt er: “Nun zu ‘hausgemacht.tv’: Die wurden noch in der Wettbewerbsphase vor dem 31. März eingereicht und waren am 30.3. online (auch wenn die PM erst später erschien).” [...]
8. zweitens-magazin.de &raqu&hellip | 16.Mai 2007 at 18:57
[...] als einer, der sich schon länger bemüht, dagegen zu halten, sei noch der npd-watchblog erwähnt, weil er gerade für den grimme online award nominiert ist. über den wiederum peer schader im moment recht erzürnt ist und sich dabei, wie ich finde, in etwas hineinsteigert, dass die eher unspektakuläre grimme-prozedur zu einer eitlen und bestechlichen veranstaltung aufbläst, die es schlichtweg nicht ist (sagt eine – eitelkeit an – die es weiß, weil sie selbst schon in der grimme-jury saß). nur nicht gleich wieder verschwörungen vermuten… noch in jedem jahr waren bei nominierungen und auszeichnungen ein paar seltsamkeiten dabei, über die sich glücklicherweise bestens streiten lässt. was erfahrungsgemäß nicht daran liegt, dass grimme irgendwen absichtsvoll bevorteilt, sondern allein daran, dass verschiedene menschen, i.e. verschiedene geschmäcker zusammenkommen und entscheidungen fällen bzw. kompromisse eingehen. [...]
9. JakBlog » Grimme On&hellip | 24.Mai 2007 at 18:50
[...] Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich mag den Elektrischen Reporter. Und habe auch das schon geschrieben. Es gibt auch keinerlei Animositten gegen den Kollegen Sixtus. Aber so langsam packen mich dann doch wieder meine Zweifel an diesem Preis und an der Fhigkeit der Herrschaften, mal ber den Tellerrand hinauszuschauen, wobei mich auch die Nachnominierung des Tagesschau-Blogs nachhaltig irritiert. Unter gefhlten Fantastilliarden von Blogs muss es natrlich wieder ein ffentlich-rechtliches sein. Irgendjemandem im Marl muss das doch klar sein, dass es hochgradig verstrend wirkt, wenn das Projekt eines Jury-Mitglieds nachnominiert wird. Und irgendjemandem muss doch auch klar sein, dass es ebenso verstrend wirkt, wenn Angebote nominiert sind, die zum Ende der Nominierungsfrist noch nicht einmal online waren. Von cjakubetz Reaktionen auf diesen Beitrag via RSS 2.0 Bitte kommentieren Sie! Pings sind derzeit nicht möglich. Kommentare Bitte kommentieren Sie! [...]
10. links for 2007-06-03 auf &hellip | 04.Juni 2007 at 01:22
[...] Hauptsache, es gibt was zu feiern Das mit hausgemacht.tv war bisher völlig an mir vorbeigegangen… (tags: grimme online award nominierung) [...]
11. joe_f | 04.Juni 2007 at 10:20
Apropos hausgemacht.tv: Da bin ich letztens über videojug.com gestolpert, und jetzt frage ich mich natürlich, wer hat von wem geklaut. Ich ahne es schon.
Allgemein sind derlei Preisverleihungen aber ohnehin der Kategorie “Die Elite/die Branche/werauchimmer feiert sich selbst” zuzuordnen.
12. Die Welt ist Scheisse - A&hellip | 04.Juni 2007 at 17:47
[...] Dann hab ich aber, aufgrund anderer bser Mchte im Internet, die gerne was “kcheln” lassen, diesen Beitrag gefunden. Und konnte dort lesen:”..In diesem Jahr ist Intel erstmals nicht mehr Sponsor [vom Grimme Online Award. Anmerk. von mir]..” [...]
13. Grimme Online Award - Int&hellip | 09.Juni 2007 at 22:28
[...] Friedrich Hagedorn hat heute der Radiosendung Trackback zu den unrühmlichen Vorkommnissen rund um den Grimme Online Award ein Interview gegeben. Er hat meiner Meinung nach versucht, einfach nur abzulenken und Nebelkerzen zu zünden. Direkte Fragen zu der Nominierung von Mario Sixtus hat er versucht mit der Antwort nach der Nominierung von hausgemacht.tv zu beantworten. Und zudem muss man fragen, ob man im Adolf Grimme Institut dazu übergeht, die Öffentlichkeit zu belügen, der Eindruck kann zumindest entstehen. Ich habe ein Transcript erstellt. Ich werde ein paar Punkte anmerken, um es übersichtlicher zu gestalten, habe ich die Antworten nummeriert. [...]
14. Judith | 18.Juni 2007 at 22:42
Tja, und jetzt ist dem Grimme Institut auch noch der peinliche Fehler unterlaufen, dass sie heute, 18.6.07, bereits die Preisträger online gestellt haben: http://www.grimme-institut.de/.....php?id=582 Und ratet mal, wer in der Kategorie Bildung und Wissen gewonnen hat! Genau. Der elektronische Reporter. Da fällt dir echt nix mehr ein…
15. Grimme Online Award - Yah&hellip | 18.Juni 2007 at 22:59
[...] Yahoo-Werbeträger Stefan Niggemeier gewinnt den Pokal in der Kategorie Information. Klar, wie schon bei der BILD weiß halt das Gros der Leute nicht, dass 9Live & Co. nicht wirklich prickelnd sind. In der Kategorie Wissen und Bildung wurde tatsächlich der Preis dem Yahoo-Werbeträger, dem Elektrischen Reporter Mario Sixtus und seinem Kumpel, Mitmacher, whatever, Torsten Kleinz zugeschustert. Den Publikumspreis gewann die altbekannte, jahrelang monatelag wochenlang tagelang bekannte Seite hausgemacht.tv. [...]
16. Pottblog&hellip | 18.Juni 2007 at 23:06
Gewinner des Grimme Online Award 2007 sind vorzeitig bekannt geworden…
Im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Marl, ist man schneller als man denkt, wie ich durch diesen Kommentar bei Stefan Niggemeier erfahren habe.
Eigentlich ist ja heute der 18. Juni 2007 – jedenfalls noch ca. 70 Minuten lang (jedenfalls vom Zeitpunkt her, a…
17. Der „Grimme-Online-Awar&hellip | 19.Juni 2007 at 09:46
[...] Und dann waren da ja noch die Unklarheiten, wegen der Nominierung einer wenige Tage alten Videowebsite und der Nachnominierung eines Projekts eines Jurymitglieds. [...]
18. betonblog.de - Der Blog f&hellip | 19.Juni 2007 at 11:34
[...] Besonders hervorheben möchte ich jedoch noch hausgemacht.tv, denn die haben es geschafft erst kurz vor Nominierungsende zu starten (siehe hier) – und schon einen Preis gewonnen… das ist wirklich eine besondere Leistung. [...]
19. RANDPOP » Blog Arch&hellip | 19.Juni 2007 at 15:24
[...] Immer, wenn man denkt „Jau, das war es jetzt. Da ist genug Blödsinn passiert”, dann haut einem die Geschichte doch noch etwas um die Ohren. War das Chaos um die Nominierung von Sixtus und die Nachnominierung vom jungen Projekt hausgemacht.tv schon peinlich genug, patzen die doch glatt noch einmal und geben die Gewinnerliste schonmal auf ihrer Homepage bekannt. Und weil man so gerade schön dabei ist, steht da auch schon der Gewinner des Publikumspreises – Für den könnte man aber theoretisch immer noch abstimmen. Ich fasse es einfach nicht! [...]
20. Mein-Parteibuch.com &raqu&hellip | 19.Juni 2007 at 17:41
[...] Dass ein Videoportal vom finanzstarken Medienkonzern ProSiebenSat1 zur Zweitverwertung von Service-Beiträgen aus “Sat.1 am Mittag” und dem “Frühstücksfernsehen” zu den Preisträgern gehören würde, ist keine Überraschung, denn wenn eine Webseite schon vor ihrem Start oder kurz danach nominiert wird, dann versteht es sich wohl von selbst, dass die Seite dann gerechterweise auch einen Preis erhält. Und schließlich finden Medienkonsumenten da ja auch ihre gewohnte ProSiebenSat1-Qualität, wo heute zum Beispiel so wichtige Fragen wie “Wie verdecke ich Cellulite?” detalliert erörtert werden. [...]
21. Die Gefühlskonserve &raq&hellip | 19.Juni 2007 at 20:35
[...] Was ist also die Botschaft an die jungen, hungrigen Macher dieser Mediengesellschaft, die auch ein Preislein abstauben wollen? Dreckig, trashig und Hauptsache unverwechselbar? Nein. Das ist wohl nur ein Außreißer, denn hausgemacht.tv (auch nachnominiert) hat ebenfalls gewonnen. Was gibt’s in diesem von Pro7Sat 1 produzierten Videoportal so Neues und Unverwechselbares? [...]
22. Grimme Online Award 2008 &hellip | 03.Februar 2008 at 02:20
[...] Dass nun die Öffentlichkeit selber Projekte vorschlagen kann – okay, die Jury wird sich schon die passenden Vorschläge raussuchen. Am Beispiel des Publikumpreises ist ersichtlich, dass sich nichts ändert. Im letzten Jahr war ein Kritikpunkt, dass hausgemacht.tv nominiert war (die Nominierung selbst war schon fragwürdig genug), dieses Projekt aber die finanziellen Mittel hatte, einen Laptop unter den eigenen Usern zu verlosen, damit diese für das Projekt stimmen, plus eine gesamte Sendergruppe im Hintergrund. Kurz gesagt: hausgemacht.tv mit ProSiebenSat.1 hat sich den Preis offensichtlich gekauft. Kein anderes Projekt, welches nominiert war, hatte diese Möglichkeiten. Was die Nominierungskommission und die Jury angeht, sieht man durchaus ein paar bekannte Namen, aber auch Namen, die über jeden Zweifel erhaben scheinen – warten wir es ab, wenn ich gleich beim ersten Jury-Mitglied etwas über SEO lese, kann ich mir auch dieses Jahr das Lachen nicht verkneifen. Naja, wenigstens versteigert das Grimme Institut unter allen, die Projekte vorschlagen dieses Jahr auch ein Laptop. Wenigstens etwas. Ich bin ja mal gespannt. Eigenlob stinkt – aber in diesem Fall bin ich der Meinung, den Grimme Online Award verdient zu haben. F!XMBR hat im letzten Jahr den Grimme Online Award per Berichterstattung über Wochen begleitet. Kritisch begleitet, und mehrere “Merkwürdigkeiten” aufgedeckt. Initialer Ausgangspunkt der kritischen Berichterstattung über den Grimme Online Award war F!XMBR, da führt kein Weg dran vorbei. Die nachfolgenden kritische Berichterstattung in den etablierten Medien, seien es nun der SPIEGEL oder auch Heise und wie sie alle heißen, war direkte Folge unserer Recherchen. [...]
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