Pfui!
12.April 2007
Heute stand zum ersten Mal ein Text von mir in der “WAZ”, über Stefan Raab und “TV total”. Das ist insofern verwunderlich, als dass ich vorher gar nichts davon wusste. Und ärgerlich, weil ich nicht gefragt wurde.
Na ja, konsequenterweise stand nicht mal mein Name drüber. Und trotzdem hatte ich das Gefühl, das schon mal so ähnlich gelesen geschrieben zu haben. Vor vier Tagen.
| “TV total”-Text in der “WAZ”, 12. April 2007* | “TV total”-Text in der “FAS”, 8. April 2007 |
| Im Februar lief die tausendste Ausgabe von “TV total”. Ohne, dass es jemand bemerkt hätte, still und heimlich, ohne einen historischen Rückblick. | Im Februar ist die tausendste Folge “TV total” gelaufen, ohne dass es jemanden interessiert hätte. |
| Sonst wäre auch aufgefallen, welche Perle Stefan Raab da im März 1999 bei ProSieben platzieren konnte. Eine Fernsehsendung, die sich über Peinlichkeiten im eigenen Medium lustig macht, ein respektloser, dreister Blick hinter die Kulissen der aufgeplusterten Stars-und-Sternchen-Welt. | Denn als “TV total” 1999 zum ersten Mal lief, war das eine phantastische Erfindung: eine Show, die sich bei einem Privatsender ironisch mit dem Medium befasste, in dem sie sich selbst bewegte. |
| Geblieben sind nur wenige Rituale: Stefan Raab hat noch das Pult mit den Knöpfen für lustige Einspieler vor sich und die sich drehende Trophäe “Raab der Woche” hinter sich. | Von der Ursprungsidee, eine Sendung zu machen, die Peinlichkeiten aus dem Fernsehen aufspießt, sind nur ein paar Rituale übrig: die Knopfleiste auf dem Schreibtisch, mit der Raab seine Lieblingsausschnitte einspielen kann. (…) In der Kulisse dreht sich zwar immer noch der “Raab der Woche”, verliehen wird der selbsterfundene Fernsehpreis aber schon lange nicht mehr. |
| Klassische Raab-Frage: Was sind deine Hobbys? Oder: Wie alt bist du? | Wenn er Kinderstars auf dem Sofa sitzen hat, fragt er: In welche Klasse gehst du? Hast du Hobbys? |
| Eine Horde studentischer Hilfskräfte sichtete Offene Kanäle und Privatsender – und fand etwa die sächselnden “Ö la Palöma Boys” (…) | Die Fernsehschnipsel, die in mühsamer Kleinarbeit von einer Horde studentischer Hilfskräfte ausgekramt wurden und mal Hauptbestandteil der Show waren, sind seltener geworden. |
| So war “TV total” auch deshalb so erfolgreich, weil Raab von irgendwoher skurrile Typen vor die Kamera holte, deren Witz in ihrer Unbedarftheit lag. | Früher hat Raab Gäste eingeladen, die durch besonders skurrile Auftritte im Fernsehen aufgefallen waren (…). |
| Bis heute unvergessen dagegen der Besuch im Büro von Rudi Carrell. Zur Melodie von “Wann wird´s mal wieder richtig Sommer” sang Raab: “Ich bin ein großer Fan von ihrem Können, ich schaute Sie auch früher immer an” – so selbstzufrieden grinste Carrell nur bis zum Refrain – “Wann wirst du endlich wieder witzig, so witzig wie du früher einmal warst? Ja, mit Lachern nur von August bis September und höchstens einem guten Gag pro Jahr.” Könnte bitte einmal jemand Stefan Raab so ein Ständchen singen? | Er ist einfach so in Rudi Carrells Büro geplatzt (…). Stefan Raab hat sich neben ihn gestellt und sein “Raabigramm” zur Melodie von “Wann wird’s mal wieder richtig Sommer” gesungen: “Ich bin ein großer Fan von Ihrem Können, ich schaute Sie auch früher immer an.” Carrell grinste selbstzufrieden. Bis zum Refrain: “Wann wirst du endlich wieder witzig, so witzig, wie du früher schon nie warst? Ja, mit Lachern nur von August bis September und höchstens einem guten Gag pro Jahr.” (…) Nun wird es höchste Zeit, dass endlich mal jemand so ein Raabigramm für Stefan Raab singt. |
Sogar die Überschrift “TV egal” ist eine Formulierung aus dem “FAS”-Text.
Ich weiß wirklich nicht, was ich erstaunlicher finden soll: Dass tatsächlich jemand so dreist sein kann, vier Tage nach Erscheinen eines Textes eine gekürzte Kopie davon in einer anderen Zeitung zu drucken. Oder dass manche Journalisten wirklich gar keine eigenen Ideen zu haben scheinen.
Das Telefonat mit der Autorin, die bei der “WAZ” die TV-Seite “Hören und sehen” betreut, war immerhin aufschlussreich. Das sei ihr schon unangenehm jetzt. Sie habe gehofft, dass es nicht auffällt. Und arbeite sonst nicht oft so.
Wie? Nicht oft?
Die “WAZ” jedenfalls hat nicht nur den Text gedruckt (mit einem lustig zu deutenden Bild von Raab* mit seiner Kelle, auf der groß “Pfui” zu lesen ist), sondern ihn außerdem auf der Titelseite im Kopf angeteasert und damit die Zeitung verkauft:
Manchmal verstehe ich schon, warum Journalisten in der Öffentlichkeit einen so schlechten Ruf haben.
(Danke an Stefan für die Tabelleninspiration.)
Nachtrag, 17.4.: Bitte auch diesen Eintrag beachten.
*Nachtrag, 18.4.: Die “WAZ” hat den Text inzwischen aus ihrem Online-Angebot genommen.
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bisher 63 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben
1. Marcus | 12.April 2007 at 18:53
Das ist einfach nur unverschämt. Ich frage mich wie “nicht oft” zu deuten ist, soll heissen wenn über OTS sonst nichts abschreibendeswertes reinkommt?
2. Ivo | 12.April 2007 at 21:47
Das ist wirklich ungeheuerlich. Kann man dagegen nichts machen?
3. Peer | 12.April 2007 at 21:52
@Ivo: Mal sehen.
4. Diana | 13.April 2007 at 00:32
Pfui pfui pfui! Na, wie heißt es so schön “Dreistigkeit siegt”?
5. Benni | 13.April 2007 at 07:59
Rechnung schreiben und Richtigstellung verlangen? Das ist ja schon richtig dreist… viel mehr als die ungefragte Veröffentlichung würde mich ja die eigenmächtige Bearbeitung anpissen.
Ui, wegen anpissen wird der Beitrag sicher im Spam-Filter hängenbleiben…
6. Stephan (mit ph) | 13.April 2007 at 11:23
Kann man da nciht sowas wie eine Gegendarstellung verlangen? Auf gleicher Position und gleiher Größe? Incl. Teaser auf der Titelseite? Ich meine… dreister gehts doch kaum noch. “..gehofft das es nicht auffällt”…
7. medienpiraten.tv » &hellip | 13.April 2007 at 15:12
[...] Ich habe Post von Frau Schild bekommen. Frau Schild hat meinen Text über “TV total” vom vergangenen Sonntag ein bisschen umgeschrieben, und dann unter ihren Namen in die “WAZ” drucken lassen. Ich habe angerufen und mich beschwert. Frau Schild hat das Vorkommen bedauert. Aber ich hatte das Gefühl, sie bedauerte weniger, dass sie bei mir abgeschrieben hatte, als dass sie dabei ertappt wurde. [...]
8. Effizienter Arbeiten mit &hellip | 13.April 2007 at 16:01
[...] Lustig, die Kollegen von der Westdeutschen Allgemeinen. Aber gut, wenn ein Journalist das Thema schon mal so schön aufgeschrieben hat, muss man sich ja nicht selber nochmal unnötig verausgaben. [...]
9. Daisy | 13.April 2007 at 16:41
Mir vor einer Weile aufgefallen, geht in eine ähnliche Richtung (und in diesem Fall scheint die FAZ die “Übeltäterin” zu sein):
http://www.zeit.de
und
http://www.faz.net
Man beachte insbesondere die Textanfänge!
10. Peer | 13.April 2007 at 16:57
@Daisy: Das ist ja unfassbar – vielleicht bin ich völlig realitätsfremd, aber offenbar ist das nicht die Ausnahme, dass so gearbeitet wird.
11. westernworld | 13.April 2007 at 17:28
frag doch ihren chef mal ob er nicht das orginal dem schlechten plagiat vorzieht.
12. Augenweide | 13.April 2007 at 17:29
Ooch, hatte ähnliches schon mal bei nem Kölner Verlagshaus…. Wenn auch ein wenig aus ner anderen Warte: Hier habe ich quasi als Fachjournalistin nen Artikel auf der Medienseite überarbeitet, nachdem mir aufgefallen war, dass die meisten Passagen hierzu 1:1 aus wikipedia stammten….. Das geht doch wirkich besser!
13. Thomas | 13.April 2007 at 20:03
Sowas, so einen ähnlichen Text hab ich auch gelesen, da ich aber keine WAZ lese, muss es in einer anderen Zeitung gewesen sein, FAS oder Zeit oder Tagesspiegel? Und er ist mir noch aufgefalen, weil ich ihn wirklich gut geschrieben fand..
14. roxomatic&hellip | 13.April 2007 at 20:48
Wie arbeiten Journalisten?…
Nein, also jetzt könnte ich vom Leder ziehen – schließlich bin ich keiner – und Medien wie Spiegel, taz oder Süddeutsche haben hier ohnehin ihr Fett weg gekriegt.
Heute ist mal die WAZ dran, aber die Kritik erledigen die Medienpiraten für …..
15. Dr. Dean | 13.April 2007 at 22:25
Die “Autorin” war vermutlich der Auffassung, dass sie eine Art DPA-Meldung umzutexten habe. Soweit ich im Bilde bin, ist als Strafgebühr der doppelte Honorarsatz üblich.
Und wenn der Verlag rumzickt, dann verdeutlicht dies ganz ungemein die Wiederholungsgefahr – das heißt, eine Abmahung und EV gibt es in solchen Fällen obenauf, wenn man mag.
Das Blöde ist nur, dass sich freie Journalisten es wohl kaum erlauben können, auf diese Weise für ihre Rechte zu streiten. Sie stehen am schwächeren Hebel. Aber eine Rechnung mit doppelten Honorarsatz: Das ist völlig okay.
Was nun die Qualität des Plagiats angeht:
Teilweise ging der Dame gelangen der Dame beim Umtexten Verbesserungen, oft aber ging die Pointe verloren – oder aber es ergab sich der Eindruck, dass sie den plagiierten Text nicht verstand.
Sie hätte sich ja wenigstens etwas anstrengen können.
16. Dr. Dean | 13.April 2007 at 22:27
Teilweise gelangen der Dame beim Umtexten…
*räusper*
Ich glaub, ich wär zu dämlich zum Plagiieren.
17. Kollegin | 13.April 2007 at 22:29
Na, liebe Kollegen, nun seid mal nicht zuuuuu streng! Vielleicht hatte die Dame einfach großen Stress. Mit Verlaub: So aufregend finde ich keinen der beiden Texte. Gerade dass mit Carell wurde tausendfach so gedruckt. Es gibt große Verlage, die ganze Hefte über reines Umschreiben wöchentlich neu aus dem sogenannten Dok-Material synthetisieren (o.k. gebe zu, unterhaltende Frauenzeitschriften, aber dennoch).
Gegendarstellung halte ich für extrem albern. Biete der FAS lieber an, Mediengeschichten dort gleich selbst zu schreiben. Gruß, Kollegin
18. Wahnsinn Deutschland &raq&hellip | 13.April 2007 at 23:09
[...] Das Sparen im Konzern WAZ geht weiter. Heute: Content-Imperialismus. [...]
19. martin | 14.April 2007 at 00:47
@17: erwischt !
20. Peer | 14.April 2007 at 01:22
@Kollegin: Ich schreibe keine Texte für Ressorts, in denen es normal ist, Artikel von Kollegen zu mopsen. Und du meinst die “WAZ”, nicht die “FAS”. Siehe dazu aber auch den Eintrag “Extra pfui!”.
21. trice.de » Blog Arc&hellip | 14.April 2007 at 09:59
[...] Es ist echt unglaublich, was mit Peer Schraders großartigem Text über TV Total passiert ist, über den ich bereits berichtet hatte: Am Donnerstag stand der Artikel – leicht umformuliert – in der WAZ, allerdings ohne das Schrader vorher informiert worden wäre und ohne das sein Name genannt wurde. Er hat den ungeheuerlichen Vorgang bei Medienpiraten.tv dokumentiert: Eins, zwei. Scheinbar gibt’s bei der WAZ auch gar kein richtiges Unrechtsbewusstsein, dabei handelt es sich hierbei doch wohl um eine krasse Urheberrechtsverletzung. Nun bietet man ihm als Entschädigung 46 Cent pro Zeile als Honorar an, lächerlich! Da sollte echt ein Vielfaches fällig sein, mindestens das doppelte Honorar der FAS. [...]
22. Carsten | 14.April 2007 at 13:01
@9 Wobei es natürlich durchaus üblich ist, dass Mitarbeiter ihre Geschichten leicht verändert auch anderen Zeitungen anbieten bzw. das Festangestellte diesen in Einzelfällen den Nachdruck erlauben – meist wird dann der Text leicht geändert und unter Pseudonym veröffentlicht, damit der bekannte Zeit-Fachredakteur xy nicht auch in anderen Titeln auftaucht. Weiß nicht, ob das hier der Fall ist, wollte nur auf die gängige Praxis hinweisen.
23. Peer | 14.April 2007 at 14:10
@Carsten: Nein, das ist es hier nicht. Ich weiß, dass das viele so machen und das ist ja bis zu einem gewissen Grad auch ok als freier Journalist, der Geld verdienen will – aber wenn, würde ich mir schon gerne selbst aussuchen, ob und wo ich zweitpubliziere.
24. Falk | 14.April 2007 at 14:39
Peer: Wie, Du willst tatsächlich diese total unwichtige Funktion des Urheberrechts, die immer gerne vergessen wird, nämlich die Verfügungsgewalt über Ort und Weise der Publikation deiner Werke? Du bist doch total 20. Jahrhundert… das bisschen Kontrollverlust und dann auch noch Bezahlung wollen…
Wobei das tatsächlich ein schönes Thema ist. Gilt ja nicht nur für Journalisten – ich meine mich zu erinnern, dass die Band “Wir sind Helden” zu verhindern versucht hat, dass ein Song von ihr als Untermalung für einen Wahlwerbespot einer österreichischen Partei mit Hang zum Nationalen verwendet wurde. Wie weit sie gekommen waren, weiß ich nicht mehr – aber erfolgreich wars iirc nicht. Kann aber auch sein, dass vor allen Schritten der Wahlkampf schon rum war..
25. Peer | 14.April 2007 at 14:53
@Falk: Also “old school”?
Cool. Äh: Groovy. Was man früher halt so gesagt hat.
26. mediengedanken.de (Blog) &hellip | 14.April 2007 at 17:42
[...] Unglaublich, was dem Peer jüngst passiert ist: Da recherchiert er tagelang zu Stefan Raab und dessen Show “TV Total”, lässt sich die ersten Sendungen schicken, verbringt Stunden vor der Glotze und hört sich in Raabs Umfeld um, um eine Seite in der Sonntagszeitung zu füllen. Dieser Text hat einer Kollegin Mitbewerberin der “WAZ” so gut gefalllen, dass sie ihn nur vier Tage später – mit einigen Änderungen und dürftigem eigenen Material – übernommen und ihren Namen drübergeschrieben hat. Auf Nachfrage räumt sie dann auch noch unverfrohren ein, gehofft zu haben, dass die Sache nicht rauskomme. Und noch dreister: Die WAZ hat den Text auf der ersten Seite angeteasert, damit ja ihre Zeitung verkauft, und will dem eigentlichen Urheber der Zeilen jetzt lediglich das übliche Zeilengeld einräumen (die Zahl der Zeilen seien zudem noch Verhandlungssache, wie die WAZ-Redakteurin mitteilte). [...]
27. popkulturjunkie.de »&hellip | 14.April 2007 at 17:45
[...] Das, was Peer Schader in den vergangenen Tagen passiert ist, gehört wirklich zu den frechsten Vorgängen, die ich im ernsthaften Journalismus seit Jahren gehört habe: Die verantwortliche Redakteurin der Medienseite der “WAZ”, einer nicht so kleinen Zeitung also, schreibt weite Teile eines Artikels ab, hofft, dass es niemandem auffällt und sagt dann, sie mache das “nicht oft”. Un.Glaub.Lich. Wenn ich Chef der “WAZ” wäre – ich wüsste genau, was ich jetzt tun würde. [...]
28. Philip | 14.April 2007 at 19:21
Mein Beileid. Die FAS ist für viele Journalisten ein Referenz-Medium, der Respekt ist riesengroß, ich höre das immer wieder. Wahrscheinlich ist deshalb auch die Versuchung so groß, einfach Texte zu klauen. Mit diesem Blog-Eintrag müsste die Autorin gestraft genug sein. Obwohl: Bei der WAZ kleben die Schreiber auf ihren Posten, jahrelang..
29. Carsten | 14.April 2007 at 20:25
@ 23) Natürlich soll jeder Autor selbst bestimmen können, wann und wo seine Texte erscheinen bzw. nochmal erscheinen.Meine Anmerkung bezog sich ja auch nicht auf Deinen TV-Total-Text, sondern wie angegeben (@9) auf Daisys Schilderung bezüglich Zeit und FAZ.
30. pantoffelpunk » Blo&hellip | 14.April 2007 at 20:28
[...] Frau Schild von der WAZ hat sich zum Beispiel bei dem bloggenden Medienpiraten bedient, also abgeschrieben. [...]
31. Verantwortung « Zap&hellip | 14.April 2007 at 21:23
[...] Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung hat sich nämlich bei den Medien Piraten bedient, und einen Artikel fast eins zu eins von den Medien Piraten kopiert und in deren Zeitung abgedruckt. Interessant ist dann auch wie die WAZ darauf reagiert. [...]
32. WAZ kopiert die FAS, Medi&hellip | 14.April 2007 at 22:07
[...] Die WAZ hat einen Artikel aus der FAS kopiert. Ist Peer Schader dann doch aufgefallen. “Mir wäre es ganz lieb, wenn wir vorerst umständliche Briefwechsel vermeiden könnten.” Das meinte die WAZ zum Vorfall. Via Fontwerk. [...]
33. azrael74 | 15.April 2007 at 13:26
Dreiste Sache. Kommt aber leider immer wieder vor. Mir selbst ist es auch schon passiert. Einige meiner Meldungen für den kressreport habe ich später in anderen Branchenblättern entdeckt. Ich habe in beiden Fällen mit den jeweiligen Chefredakteuren gesprochen und beide konnten an dieser Arbeitsweise nichts anstößiges finden.
http://www.azrael74.de/?p=1099
34. Daniel Bräutigam | 15.April 2007 at 13:36
“(Danke an Stefan für die Tabelleninspiration.)” –> Das passt ja wie die Faust aufs Auge
35. Peer | 15.April 2007 at 15:52
@Daniel: 34 Einträge hat es dafür gebraucht! 34! Ha!
(Also: Danke an den anderen Stefan, für auch sonst ganz vieles.)
36. blog.50hz.de&hellip | 15.April 2007 at 18:04
Für Abschreiben gibt es eine 6. Basta!…
Verehrter Uli R.,
ich lese ihre WAZ ja erst, nachdem Sie schon angefangen hatten, dort ein wenig durchzulüften. Davor hatte ich mich mit den Ruhr Nachrichten arrangiert, bis das einfach nicht mehr zu ertragen war. Meine Erwartungen an die WAZ ware…
37. medienlese » Blog A&hellip | 15.April 2007 at 20:51
[...] Ueli Maurer, Präsident der Schweizer SVP, wurde von Citizen Journalists beim Falafel-Essen geblitzt, doch nur vermeintlich, es handelte sich um ein Lookalike, das auch Klaus J. Stöhlker hätte sein können. “Der früherer Blick-Chefradaktor Sacha Wigdorovits” (werbewoche.ch) plante vielleicht eine neue Zeitung und Giovanni Trapattoni sagte auch in Salzburg mal, was Sache ist. Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel verteilte unter der Woche seine eigene Zeitschrift an Studenten und verkündigte einen Auftritt am 20.04.2007 als DJ in Zürich. Einem Blog mit dem sinnigen Namen medienpiraten.tv wurde ein Text entwendet und die NZZ behauptete, es gäbe pro Tagebuchschreiber kaum mehr als 0,3 konsumierende Augenpaare. Der Blick ging bei einer angeblichen “Terrorklasse” vorbei und fand sich in einer Schülertraube wieder: “Die Schüler schubsen, schreien. Ein paar machen Fotos mit ihren Handys. Ein Mädchen zielt mit einem dicken Gummi ins Gesicht eines Kollegen.” Der Tages-Anzeiger, vermutlich danebenstehend, notierte: “He, Sie – machen Sie mich weltberühmt!” Drucken yigg it! wong it! del.icio.us Trackback URL [...]
38. wildrot&hellip | 16.April 2007 at 03:49
[...] Frau Schild arbeitet bei der WAZ. Wenn sie mal nicht weiss, worüber sie schreiben soll, dann guckt sie einfach in die FAS. Dort findet sie dann mehr oder minder interessante Artikel. Zum Beispiel über die tausendste Folge von TV Total, verfasst vom Medienpirat Peer Schader. Die schreibt sie dann ab, setzt ihren Namen drunter und lässt sie drucken. [...]
39. medienlese » Blog A&hellip | 16.April 2007 at 08:55
[...] Pfui! (medienpiraten.tv) Heute stand zum ersten Mal ein Text von mir in der “WAZ”, über Stefan Raab und “TV total”. Das ist insofern verwunderlich, als dass ich vorher gar nichts davon wusste. Und ärgerlich, weil ich nicht gefragt wurde. [...]
40. Daisy | 16.April 2007 at 10:21
@29 (Carsten): In dem anderen, von mir geposteten Fall, war es aber auch nicht so – es sei denn, ich wäre völlig falsch informiert, was ich mir aber nicht vorstellen kann.
41. Susanne Schild wird berü&hellip | 16.April 2007 at 13:02
[...] Susanne Schild wird berühmt Eine bei der WAZ angestellte Journalistin wurde beim Abschreiben erwischt. Der betroffene Blogger Peer hat einen Artikel bei der FAS geschrieben, vier Tage später stand sein Zwilling, frisiert und gepudert, bei der WAZ. Seine zwei Berichte zum Ereignis sind gut lesbar (hier und hier). In den zahlreichen Kommentaren dazu fand ich zwei gute Verweise. Einmal auf eine ähnliche Geschichte eines anderen Bloggers azrael74 (Link) und von einem Tim – noch schöner – auf das journalistische Credo von Susanne Schild (Link): Einen guten Journalisten machen nicht ein guter Abischnitt oder ein 1a-Studium aus. Was zählt ist, die Persönlichkeit. Man muss ein Gespür dafür haben, über welche Themen die Leute reden, einfach pfiffig sein. Dazu kommt ein Gefühl für Sprache. Mit schlechter Rechtschreibung hat man direkt verloren. Und: Man muss ordentlich Biss haben! Nur wer sich traut, Leute anzusprechen und sich durchzusetzen, hat Erfolg. Unglaublich viele junge Leute wollen Journalist werden und leider schaffen es nur die wenigsten tatsächlich in ihren Traumberuf. [...]
42. wonko.twoday.net&hellip | 16.April 2007 at 14:39
Die WAZ bedient sich bei der FAS…
Tatsächlich nicht schön dürfte es sein, wenn man einen Artikel aus seiner eigenen Feder irgendwoanders ein wenig umformuliert wiederfindet. Wenn man dann noch Krawall schlägt und um Klärung bittet und dann solche Antworten beko…
43. Hamlet Hamster | 16.April 2007 at 20:40
Schicke der WAZ doch einfach mal eine Rechnung. Die müssen sie bezahlen.
44. Die Abschreiber von der W&hellip | 16.April 2007 at 22:36
[...] Seit heute weiß ich: wenn man als Journalist von anderen abschreibt, bekommt man ein Honorar. Wenn es keinem auffällt. Und wenn man es nicht so sehr oft macht ist die Gefahr, dass es jemandem auffällt, ja auch nicht so hoch. Das scheint zumindest die Meinung mancher Vertreter dieser Branche zu sein. Dumm ist es natürlich, wenn es dann doch auffällt und richtig dumm ist es, wenn man als schreibender Dieb dann nicht so wirklich ganz einsehen mag, was denn tatsächlich falsch gelaufen ist… [...]
45. zweitens-magazin.de &raqu&hellip | 17.April 2007 at 11:05
[...] Wer´s noch nicht gelesen hat, wie freimütig und fraglos sich die WAZ an Texten freier Journalisten bedient, dem seien Peer Schaders Erfahrungen empfohlen. Und wie die Geschichte weiterging. Sehr hübsch! Und furchterregend! [...]
46. Frau Schild und “ih&hellip | 17.April 2007 at 11:23
[...] An Dreistigkeit kaum noch zu überbieten ist wohl folgendes: Medienjournalist Peer Schader hatte in seinem Blog einen recht interessanten Artikel über Stefan Raab und seinen sinkenden “TV-total” Stern veröffentlicht. Frau Schild, ihrerseits Redakteurin bei der WAZ fand, wohl in Ermangelung eigener guter Ideen, eben jenen Beitrag von Peer Schader so gut, das sie ihn kurzerhand etwas abänderte und unter ihrem Namen in der WAZ drucken ließ (was sie ja auch zugegeben hat). Das an sich ist schon mehr als ein dicker Hund/Hündin – den Höhepunkt erreicht diese unrühmliche Geschichte aber im Schriftwechsel von Frau Schild mit Peer Schader, der mit dem Saz von Frau Schild endet: “Mir wäre es ganz lieb, wenn wir vorerst umständliche Briefwechsel vermeiden könnten.” Hat man da noch Töne? Hat die Sparwut vieler Zeitungen diese Auswüchse, das man sich hemmungslos, ungefragt und dreist an den Texten anderer bedient? Bin mehr als gespannt auf die Fortsetzung und das Rauschen im Blogger-Wald [...]
47. Selbst ist die Frau (Schi&hellip | 17.April 2007 at 14:12
[...] Peer Schrader schreibt für die FAS einen Artikel über TvTotal, welchen ich übrigens sehr zutreffend finde. Frau Schild schreibt für die WAZ. Aber anstatt sich selbst was zu überlegen, schreibt sie einfach bei Peer ab. [...]
48. Silkester erzählt »&hellip | 17.April 2007 at 15:48
[...] Auch wen ich den Text selbst bei der WAZ nicht mehr direkt abrufen kann, so hilft hier der google-Index auch bei unterbundenem Caching weiter: Textsuche auf der WAZ I, Textsuche auf der WAZ II, etc. und welche Textbausteine man auf der WAZ suchen kann ist an dieser Stelle aufgeführt: Pfui über die WAZ-Ripper [...]
49. medienpiraten.tv » &hellip | 17.April 2007 at 16:22
[...] Gestern abend hat mich in dieser Angelegenheit Herr Groth, der stellvertretende Chefredakteur der “WAZ” angerufen. Er hat mir gesagt, dass es ein Fehler gewesen sei, meinen Text aus der “FAS” quasi zu übernehmen. Eine solche Arbeitsweise gehöre nicht zu den Praktiken der “WAZ”. Herr Groth hat mir als Ausgleich ein nachträgliches Honorar angeboten und ich habe mich entschlossen, es anzunehmen. [...]
50. Uewkes » Die spicke&hellip | 17.April 2007 at 16:24
[...] Dieses Video hat zu 99 % jeder Schüler schon gesehen, vorgeführt bekommen, zumindest dürfte es recht bekannt sein. War mir aber die Seite dazu neu. Fällt mir auch erst jetzt, nach wochenlanger Diskussionen auf, dass das ja total sexistisch ist! DER ARME MANFRED! Der kommt viel zu schlecht weg! Und warum regen die Frauen sich nicht auf, dass sie keine Erzählstimmen erhalten haben? Okay, genug gespinnt, eigentlich wollt ich auch nur einen total gewagten Sprung vom Spicken zur Informationsbeschaffungsvorgehensweise der WAZ wagen. Erst bedient man sich bei Peer Schader und seinem Text, danach tut man richtig genervt, war ja schließlich kein Fehler, das war knallhart recherchiert und nachgefragt und ist vielleicht schon Routine? „Mir wäre es ganz lieb, wenn wir vorerst umständliche Briefwechsel vermeiden könnten.“ Ich bin froh gewesen, im Stuhl zu sitzen. Vom Sitzball wär ich zur Seite hin runtergerollt, vor Lachen und Entsetzen und um Luft ringend. Mein persönlicher Satz des Tages, auch wenn er alles andere als bemerkenswert ist. Zu umständlich, etwas wieder zurecht zu biegen, was man selbst verbockt hat? Ja okay, der Dieb fände es auch umständlich, dem Bestohlenen via Email oder Telefon zu erklären, warum er den Fernseher mitgehen lassen musste – da müsste man eben andere Mittel und Wege finden. Ganz großes Pfui von meiner Seite aus. Und hier dann noch ein Eintrag, wo eine tabellarische Gegenüberstellung verdeutlicht, wie wenig Eigenleistung dahinter steckt. Noch ein ganz ganz großes Pfui von meiner Seite aus! Zu schwer, einfach mal einen Namen zu nennen? Zu umständlich, sich vorher mal zu erkundigen, ob das so in Ordnung ist? Zu umständlich, selbst zu schreiben? Naja, die Folge ist nicht umständlich, die Lawine rollt ja schon richtig gut, ob das jetzt den gewollten Effekt mit sich bringt, wage ich stark zu bezweifeln. Das dritte und letzte große Pfui von meiner Seite aus. Du kannst deine Meinung sagen oder trackbacken. RSS 2.0 [...]
51. mediengedanken.de (Blog) &hellip | 17.April 2007 at 23:54
[...] Die Sache mit dem Textklau der WAZ ist abgeschlossen: Der betroffene Kollege hat eine Entschuldigung der Chefredaktion, eine kleine Entschädigung und massig, massig Öffentlichkeit bekommen (sieh Blog-Kommentare samt Trackbacks). Und die Betroffene Kollegin wird ohnehin wohl noch länger auf das Thema angesprochen werden: Setzt man Ihren Namen samt Medium in Google (WAZ Susanne *****), erscheint ganz oben ein Blog-Eintrag, der auf ihre Schandtat hinweist. “Ach, ich habe Sie da mal gegooglet. Stimmt das denn, dass Sie Texte klauen?” So oder so ähnlich, bald an einem Telefon der WAZ… (Ob es im Netz jemals eine Chance auf Vergebung geben wird?) Veröffentlicht am 17.04.2007 in der Rubrik “Aus dem Netz” // [...]
52. quergelesen: Die Pressesc&hellip | 18.April 2007 at 08:03
[...] Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) hat Probleme mit dem Begriff Urheberrecht. Nachdem die Redakteurin Susanne Schild ohne zu fragen einen Artikel von Peer Schader aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) übernommen hat, bietet man als Entschädigung lediglich das übliche Zeilenhonorar an. Schader scheut nicht, die eMail in seinem Blog Medienpiraten.tv zum Teil zu veröffentlichen. [...]
53. Malone | 23.April 2007 at 18:39
Kann man da rechtlich nichts machen?
54. Die WZ und das Internet &&hellip | 25.April 2007 at 17:28
[...] Gut, man kann ja mal vergessen, die Quelle anzugeben. Sind ja auch nur ein paar Textstellen, ist ja nicht so, dass wirklich der komplette Artikel geklaut wäre. Außerdem: Wer sagt denn, dass das nicht alles ein riesengroßer Zufall ist. Vielleicht sind diese Durchsagen ja einfach beiden Autoren aufgefallen. Und so ein abgewandelter Werbespruch fällt einem halt manchmal ein, wenn einem nichts besseres einfällt. Oder auch möglich: Der Autor des WZ-Artikels hat vorher gefragt. Man weiß es ja nicht. [...]
55. medienpiraten.tv » &hellip | 30.April 2007 at 10:34
[...] Mensch, die “WAZ”. Immer hart im Durchgreifen, wenn es darum geht, die eigene journalistische Glaubwürdigkeit zu sichern. [...]
56. loewenzahn | 01.Mai 2007 at 17:10
Naja, dass das eine Unverschämtheit ist, braucht man wohl nicht nochmal zu erwähnen. Was aber ebenso ins Auge fällt: Dein Schreibstil ist um Längen besser! Die Gute sollte sich also doppelt schämen. Zum Einen fürs Abschreiben an sich und dann noch für das schlechte Abschreiben…
57. Sebastian Peitsch | 03.Juli 2007 at 04:57
Ich wollte nur kurz anmerken, dass die Öh La Paloma Boys nicht gefunden wurden sondern nachträglich von Raab und seiner Produktionsfirma bestätigt wurde, dass sie ein von ihm geschaffenes Produkt waren. Gecastet, produziert, und dann als “gefunden” verkauft.
Ich hätte jetzt gerne eine Quelle dazu geboten aber im Moment erinner ich mich einfach nur daran wie ich einen Bericht darüber im Fernsehen gesehen habe *seufz*
58. BlogSprache.de >> &&hellip | 20.Dezember 2007 at 13:24
[...] Der eine liest und findet das Gelesene sehr gut… Danach schreibt er das Gelesene… [...]
59. Michael | 15.Januar 2008 at 02:25
Zu Kommentar Nr. 9: Zur “Ehrenrettung” der “FAZ”-Kollegin möchte ich Folgendes bemerken: Ich bin mir sicher, dass die Supermarkt/Autobahn-Metapher in diesem Zusammenhang schon dutzende Male zuvor gebracht wurde. Darauf hat also weder die “Zeit” noch die “FAZ” ein Copyright. Gewisse Metaphern werden in gewissen Zusammenhängen halt wieder und wieder gebraucht, bis sie irgendwann wirklich totgeritten sind… Ich finde es jedenfalls problematisch, Autoren so vorschnell an den Pranger zu stellen.
Viele Grüße, Michael
60. MainPlog » „Den L&hellip | 02.Mai 2008 at 20:32
[...] „Es wird viel darüber diskutiert, ob Blogs Gegenöffentlichkeit schaffen können. Für mich steht fest: Sie können zumindest Öffentlichkeit schaffen“ Peer Schader über das Drama eines geklauten Zeitungsartikels mit Exposition, Klimax und Lösung. [...]
61. MainPlog » Die WZ u&hellip | 25.Mai 2008 at 09:47
[...] Gut, man kann ja mal vergessen, die Quelle anzugeben. Sind ja auch nur ein paar Textstellen, ist ja nicht so, dass wirklich der komplette Artikel geklaut wäre. Außerdem: Wer sagt denn, dass das nicht alles ein riesengroßer Zufall ist. Vielleicht sind diese Durchsagen ja einfach beiden Autoren aufgefallen. Und so ein abgewandelter Werbespruch fällt einem halt manchmal ein, wenn einem nichts besseres einfällt. Oder auch mäglich: Der Autor des WZ-Artikels hat vorher gefragt. Man weiß es ja nicht. [...]
62. Resterampe » iA Not&hellip | 06.September 2008 at 16:36
[...] Pfui! [...]
63. Westdeutsche Allgemeine Z&hellip | 05.April 2009 at 19:55
[...] Aussage her finde ich den Artikel immer noch gut, doch via Stefan Niggemeier, bin ich auf diesen Blogbeitrag von Peer Schader aufmerksam geworden. Peer Schader hatte ein paar Tage vorher in der FAS den [...]
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