“Explosiv” und die “reflexhafte Boulevardschelte”

14.Januar 2010

Vor anderthalb Wochen habe ich im Fernsehblog drüben bei FAZ.NET einen kleinen Leitfaden geschrieben, wie man sich (am konkreten Beispiel) einen “Explosiv”-Beitrag zusammenbaut. In den Kommentaren darunter hat sich eine interessante Diskussion darüber entwickelt, was Boulevardjournalismus alles darf. Daran beteiligte sich erfreulicherweise auch ein Kollege, der für “Explosiv” arbeitet.

Einerseits finde ich das große Klasse, wenn sich jemand so einmischt und der Diskussion stellt – andererseits bin ich noch immer erschrocken darüber, wie wenig der Kollege damit anzufangen wusste, dass viele Kommentatoren (inklusive mir) es für richtig halten, wenn es auch im Boulevard eine gewisse Moral beim Umgang mit fernsehunerfahrenen Protagonisten gibt. Sein Argument ist, sofern ich das richtig verstanden habe: Wenn jemand eine Einverständniserklärung unterschreibt, dass er gefilmt werden darf, dann entbindet das die Redakteure von jeglicher Verantwortung, darauf zu achten, dass dieser jemand sich nicht vielleicht gandenlos selbst blamiert. Es ist ein bisschen das “DSDS”-Phänomen: Wer zum Casting kommt, ist selber schuld, er muss doch damit rechnen, verarscht zu werden.

Dass manche Leute damit gar nicht rechnen, aus Gutgläubigkeit oder Naivität, zählt in dieser Argumentation nicht.

Nun ist es eine schwierige Sache: Muss man Leute, die ins Fernsehen wollen oder sich vom Fernsehen dazu überreden zu lassen, vor sich selbst schützen? Ist das nicht auch irgendwie anmaßend? Ich weiß es nicht so genau. Aber eben deswegen wünschte ich mir Redakteure, die selbst entscheiden, wo die Grenzen sind, ab wann man sich über jemanden nicht mehr nur lustig macht, sondern ihm massiv schadet. Das Ärgerlichste daran finde ich, wenn dieses Sich-Lustigmachen in einem Tonfall passiert, der vollständige Überlegenheit ausstrahlt, wie es “Explosiv” so perfekt beherrscht. Na klar, der Redakteur im Schnitt sitzt am längeren Hebel, wenn sich vor seiner Kamera jemand blamiert hat. Aber machen wir das nicht zu kompliziert.

Eigentlich wollte ich bloß empfehlen, noch einmal einen Blick auf die (langen) Kommentare unter dem Eintrag zu werfen, vor allem die des “Explosiv”-Kollegen, in dessen (bisher) letztem Kommentar einige ganz erstaunliche Sätze stehen:

“Nur verwechseln Sie, ihre persönlichen Moralvorstellungen mit allgemeingültigen. Es ist in unserer Gesellschaft aber so, dass wir uns auf einen bestimmten Wertekanon geeinigt haben, der Eingang in unsere Gesetze und Regeln des Zusammenlebens gefunden hat. Darüber hinaus gibt es andere, die eben gerade nicht Allgemeingültigkeit erlangen sollen. Es steht jedem frei trotzdem danach zu leben, aber diese persönlichen Vorstellungen anderen vorzuschreiben, geht nicht. Das hat etwas Autoritäres.
(…)
Hier wird der eigene Geschmack zum allgemeingültigen Gesetz erklärt – und nur dagegen wende ich mich. Ich verstehe sogar ganz gut, dass einige hier Abneigungen gegen das Millieu haben, aus dem wir berichten, dass einigen vielleicht auch die Verhältnisse zuwider sind, die wir zeigen. Diese politisch nicht ganz korrekte Abneigung arbeiten Sie um in eine reflexhafte Boulevardschelte. Als sei der Überbringer der Nachrichten das eigentliche Übel. Aber nochmal: diese Verhältnisse existieren unabhängig davon, wer darüber berichtet. Ich bin auch ganz froh, dass die Mehrheit in diesem Forum – zumindest soweit sie hier autoritäre Auffassungen vorträgt – nicht mitzureden hat, wenn es um die Ausgestaltung von Pressefreiheit geht. Denn die Freiheit zu berichten ist nicht dazu da, meinen Berufsstand zu schützen, sondern das Informationsbedürfnis der Zuschauer. Und das hier vorgetragene Argument, die seien alle nur zu dumm, das richtige Bedürfnis zu haben, zeigt nur, wie wichtig dieser Schutz ist. Denn wo kämen wir da hin, wenn ein paar wenige, die sich nur für schlau genug halten, allen anderen vorschreiben dürften, was ihnen gefallen darf und was nicht.”

Ich hab bisher immer gedacht: Vielleicht ist es einfach konsequentes Profitdenken, dass man sich bei RTL bisher nicht auf Diskussionen darüber einlässt, ob “Deutschland sucht den Superstar”, wenn es Bewerber in den Castings bloßstellt, nach Ansicht vieler Menschen zu weit geht; vielleicht nehmen die das in Kauf, blenden es aus, weil die Quoten gut sind und die Einnahmen stimmen.

Aber womöglich sind die Leute, die für “DSDS” oder “Explosiv” arbeiten, auch vollständig davon überzeugt, dass man andere Menschen nach Lust und Laune vor der Kamera vernichten darf, wenn sie sich nicht rechtzeitig dagegen gewehrt haben, womöglich ist es für sie eine Gewissheit, dass all die Bedenken, die sich dagegen richten, Quatsch sind, sonst hätte sie ja längst jemand ins Gesetz geschrieben.

Und ich weiß gerade nicht mehr, welche der beiden Varianten ich gruseliger finde.

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bisher 12 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Tim Kickbusch  |  14.Januar 2010 at 20:46

    Ich verspreche, das ist mein letztes Posting zu diesem Thema, hier wie da. Aber jetzt wollen sie mich absichtlich missverstehen, des schönen Effekts willen. Denn natürlich ist niemand in meiner Redaktion überzeugt, “dass man andere Menschen nach Lust und Laune vor der Kamera vernichten darf, wenn sie sich nicht rechtzeitig dagegen gewehrt haben.” Das ist ja ehrlich gesagt auch ne ganz schön böswillige Unterstellung, denn solange ich bei diesem Magazin arbeite, ist noch nie jemand “vernichtet” worden. Ich lade Sie deshalb herzlich ein, zur Festigung oder Widerlegung Ihrer Vorurteile und Meinungen, sich mit eigenen Augen davon zu überzeugen. Wenn Sie Kontakt aufnehmen wollen: Vorname.Nachname@rtl.de.

    Herzlichst, Tim Kickbusch

  • 2. Peer  |  14.Januar 2010 at 20:59

    Lieber Herr Kickbusch, mach ich! Und nein, glauben Sie mir, ich will Sie nicht absichtlich missverstehen. Vielleicht versteh ich’s wirklich nicht.

  • 3. Muriel  |  14.Januar 2010 at 21:42

    Ich verstehe es aber auch nicht. Und ich finde nicht mal, dass man dafür auf so Begriffe wie Mensch oder “Schutz vor sich selbst” rekurrieren muss.
    Hat man als Fernsehsender denn keinen Stolz? Nicht vielleicht die Ambition, ein bisschen integerer zu sein als dieser Depp auf dem Schulhof, der mit dem Finger zeigt und schreit: “Olaf hat sich in die Hose gemacht!”
    Dass die Zuschauer sich dann offenbar eher wie die doofen Kinder benehmen, die laut lachen und den Deppen für seinen scharfzüngigen Humor bewundern, ist auch ein Problem. Aber ein anderes.

  • 4. Thomas Television  |  15.Januar 2010 at 00:08

    Danke für den Hinweis. Habe mal drüben geantwortet und kopiere meine Antwort auchmal hierher, was auch sinnvoll erscheint, da die Fazkommentare ja keine Leerzeilen nach Absätzen kennen ;)

    Snip:

    @Tim Kickbusch:

    “Denn wo kämen wir da hin, wenn ein paar wenige, die sich nur für schlau genug halten, allen anderen vorschreiben dürften, was ihnen gefallen darf und was nicht.”

    Betrachtet man bestimmte Formen der institutionalisierten Auseinandersetzung auch mit geschmacklichen Fragen (oder Verhaltensanweisungen), etwa die Buchkritik, die Filmkritik, die Rezension, Film- und Literaturpreise, den Knigge, Tischsitten, Schule, Kunsthistorik oder Museen, dann kann ich ihre rhetorische Frage nicht mit einer negativen Vorstellung von einer solchen Realität verbinden. Übrigens geht es ja nicht nur um geschmackliche Fragen, sondern um Inhalte und deren Wirkung und um Verantwortung.

    Ich gebe Ihnen in sofern Recht, als dass die Diskussion um den Boulevard, um bestimmte Darstellungsformen im Fernsehen oder anderen Medien unzulässig auf geschmackliche Fragen reduziert wird. Sie haben jedes Recht sich dagegen zu wehren und sind damit auch im Recht.

    Wenn also jemand sagt: Explosiv, Big Brother, Casting Shows – das ist alles niveaulos, das sollte niemand schauen – dann ist das natürlich im Sinne ihrer Argumentation unzulässig. Sie haben es gerade hier im Internet leicht sich gegen solche persönlichen Betrachtungsweisen zu wehren.

    Aber das ist nicht die ganze Geschichte.

    Denn gleichwohl kann man natürlich auch unabhängig von geschmacklichen Fragen objektivierbare Argumente dafür finden, ob etwa ein Boulevardmagazin gut oder schlecht ist.

    Sie irren, wenn sie glauben, sie könnten bestimmte Themen und deren Bearbeitung darauf reduzieren, dass diese Verhältnisse unabhängig davon existieren, wer darüber berichtet, wie Sie schreiben. Denn die real existierenden Verhältnisse stellen zahlreiche Sendungen auf dem Sender RTL nicht mehr da. Auch von den Konsumenten, die sie in den Mittelpunkt ihrer Argumentation rücken, ist bekannt, dass der Konsum von Boulevardmedien bei ihnen zu einer unrealistisch düsteren Einschätzung der Welt führt. Nicht zu unterschätzen sind gerade auch bei RTL ökonomische Motive die bei der Bearbeitung von Themen gegenüber den journalistischen überwiegen mögen.

    “Darüber hinaus gibt es andere, die eben gerade nicht Allgemeingültigkeit erlangen sollen. Es steht jedem frei trotzdem danach zu leben, aber diese persönlichen Vorstellungen anderen vorzuschreiben, geht nicht.”

    Das Gleiche machen sie ja auch. Das was sie schreiben ist ebenfalls eine moralische Aussage: Mann soll anderen keine moralischen Vorstellungen vorschreiben. Ist das nicht wiederum auch eine Moralvorstellung?

  • 5. nona  |  15.Januar 2010 at 14:10

    Gut, wenn der Mann den schon so unvorsichtig anfängt, Gesetze und Juristerei zu zitieren und hanebüchenerweise mit Ethik und Moralvorstellungen in einen Topf zu werfen – das kann ich auch (IANAL, aber trotzdem):

    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Abschnitt 1, Artikel 1, Paragraph 1, *Satz 1*: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

    Die menschliche Würde ist das höchste Gut unserer Verfassung und damit unserer Gesellschaft. Weder RTL noch ein Explosiv-Mitarbeiter können daran etwas ändern (auch wenn sie mittels Trash-Dauerberieselung seit Jahren die Wahrnehmung von Moral in der Gesellschaft auszuhöhlen versuchen), und haben das gefälligst zu achten wie jeder andere auch. Auch die gerne hergenommenen sich stetig wandelnen “gesellschaftlichen Konventionen” ändern daran nichts – die Verrohung der Gesellschaft (zu der RTL aktiv beiträgt, siehe oben) ändert nicht die verfassungsmässig garantierten Menschenrechte. Selbst wenn jemand wissentlich vertraglich darauf verzichtet, ist das im Grunde irrelevant, denn man kann nicht mit einem Vertrag die darüber stehende Verfassung aushebeln.

    Und ja, ich denke man kann und muss Menschen im Zweifelsfall vor sich selbst schützen, wenn sie sich mit solchen Sendern ins Bett legen wollen. Wer glaubt, er würde dort fair und, ja, würdevoll behandelt und seine Interessen geachtet, der ahnt ja nicht, dass RTL u.U. seine Interessen piepegal sind und er primär durch den Dreck gezogen werden kann. Und wer da sehenden Auges reinmarschiert und auf seine Würde pfeift, wohl wissend wie er behandelt wird, der kann u.U. weder die persönlichen Folgen wirklich abschätzen, noch kann er wissen, ob er das später nicht mal bereut und einfach anders sieht. Das Argument “selbst schuld” ist zynisch und invalide.

    Das hat mit “Pressefreiheit” nun wirklich garnichts zu tun. Pressefreiheit heisst nicht, dass Medien nach freiem Gut- und Schlechtdünken machen können was immer gerade opportun und genehm und profitabel ist, ohne dass dabei auf anderer Menschen Rechte geachtet werden müsse.

  • 6. Tim Kickbusch  |  16.Januar 2010 at 02:23

    Sehr geehrte(r) Nona,

    gehe ich recht in der Annahme, dass sie kein(e) Jurist(in) sind? Denn Sie zitieren zutreffend Artikel eins, Absatz eins, Satz eins des Grundgesetzes. Ein wichtiger Satz. Aber auch der direkt darauffolgende ist wichtig und den unterschlagen Sie. Artikel eins, Absatz eins, Satz zwei sagt: “Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.” Das ist kein belangloser Nachsatz, sondern so etwas wie die Durchführungsbestimmung zu Satz eins. Wie macht der Staat das? Indem er entsprechende Gestze erlässt und über deren Einhaltung wacht.

    Vielleicht werden Sie sich wundern, aber ich stimme Ihnen in den wesentlichen Punkten Ihres Diskussionsbeitrages zu. Nicht allerdings in den impliziten Unterstellungen. Denn weder trägt RTL “aktiv zur Verrohung der Gesellschaft” bei, noch planen RTL und seine Mitarbeiter die Abschaffung des grundgesetzlichen Menschenwürdeschutzes. Im Gegenteil, wir achten Sie, indem wir uns an die hier geltenden Gesetze halten, die der Gesetzgeber zum Schutz der Menschenwürde erlassen hat.

    Alles weitere ist Unterstellung. Und Sie formulieren es ja recht deutlich: “Und ja, ich denke man kann und muss Menschen im Zweifelsfall vor sich selbst schützen, wenn sie sich mit solchen Sendern ins Bett legen wollen.” Sie möchten bevormundend eingreifen, und zwar dann wenn jemand nach Ihrer Auffassung nicht schlau genug ist, von seiner Freiheit in Ihrem Sinne Gebrauch zu machen. Aber auch das hat etwas mit Würde zu tun, andere Menschen eben nicht dieser Freiheiten zu berauben.

    Sie mögen das Motiv dafür für edel halten, ist es aber nicht, es ist schlicht autoritär.

    Letzter Hinweis: Nicht umsonst haben die Väter des Grundgesetzes auch Artikel fünf relatv an den Anfang gesetzt: “Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet.” Und das ist unabhängig vom Inhalt der Berichterstattung zu verstehen, dass heisst es ist egal, ob es Ihnen gefällt oder nicht. Im Konfliktfall ist immer abzuwägen. Und ja, es gibt Fälle, in denen die Pressefreiheit mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht kollidiert, aber der liegt hier nicht vor.

  • 7. Benjamin  |  16.Januar 2010 at 13:49

    Sehr geehrter Herr Kickbusch,

    sie streiten ab, dass die von Ihnen produzierten Beiträge im Rahmen des RTL-Magazin “Explosiv” zur Verrohung der Gesellschaft beiträgt. Wenn dem so ist, dann müssten sie folgerichtig in einer Hinsicht werthaltig für die Gesellschaft bzw. Teile der Gesellschaft sein. (Einfach nur “neutral” geht wohl auch nicht.)

    Okay, in Ordnung. Dann bleiben wir bei der Publikumspersektive und stellen Ihnen nur eine Frage:

    Welche Wirkung hat ihrer Meinung nach konkret der von ihrer Redaktion produzierte Stripclup-Beitrag in der Gesellschaft/bei den Zuschauern, welche konkreten Reaktionen lösen die dargestellten Personen ihrer Einschätzung nach beim Publikum aus?

    Natürlich produziert kein Journalist irgend etwas, ohne a priori über die (beabsichtigte/potentielle) Publikumswirkung zumindest ansatzweise reflektiert zu haben. Daher bin mir sicher, Sie als ausgebildeter Journalist können uns diese Frage einfach und schnell beantworten.

    Ich würde mich über eine Antwort von Ihnen sehr freuen, denn das ist wirklich die einzige Frage, die ich einem Explosiv/DSDS-Redakteur immer stellen möchte. Sie würde nämlich alle weiteren Fragen endlich auf einen Schlag beantworten und die Verantwortlichen könnten sich nicht mit dem “Alles nur böse Unterstellungen!”-Einheitsargument aus der Affäre ziehen. Die sich im Kreis bewegenden Gesetzes-/Moral-/Mündigkeitsargumentationen sind doch nur ein Ablenkunsmanöver, die ganz zugrunde liegende WOZU?-Kernfrage wird von den Programmverantwortlichen leider nie beantwortet.

    Ich danke Ihnen im Voraus!

  • 8. links for 2010-01-15 &laq&hellip  |  16.Januar 2010 at 22:18

    [...] medienpiraten.tv » “Explosiv” und die “reflexhafte Boulevardschelte” "Eigentlich wollte ich bloß empfehlen, noch einmal einen Blick auf die (langen) Kommentare unter dem Eintrag zu werfen, vor allem die des 'Explosiv'-Kollegen, in dessen (bisher) letztem Kommentar einige ganz erstaunliche Sätze stehen: (…)" (tags: Explosiv RTL Boulevardisierung Journalismus Medienkritik) Über dieses TV Blog Willkommen auf tvundso.com: Das private, unkommerzielle und unabhängige Fernsehblog. Hier finden Sie Rezensionen, Artikelsammlungen und TV Kritiken zu US-Serien, Filmen, X Factor, Dschungelcamp, The Apprentice, American Idol, DSDS, Supertalent, Reality TV, Sitcoms, Big Brother, Britain’s Got Talent und allem was sonst noch so passiert in der TV Welt. Aktueller Hinweis: Ich schreibe NICHT für Quotenmeter, Serienjunkies oder ein anderes Web-Magazin, sondern nur hier auf tvundso.com. Rivva Social TVundso bei Rivva Social Rivva wertet die Links der Twitters aus, denen ich folge und filtert – wenn alles klappt – die besten heraus. Alpha Test. Aktuell Best of Reality 2009 (Videos) Friendfeed Auf Friendfeed könnt ihr alle von mir freigegebenen Aktivitäten im Netz verfolgen: Lesezeichen, Youtube, Last.fm, Twitter und Kommentare auf anderen Blogs. Big Brother 10 Big Brother 10 – Alle Infos TVundso abonnieren Kommentare RSS Info: Was ist ein RSS-Abo? Per E-Mail abonnieren [...]

  • 9. jau  |  18.Januar 2010 at 07:22

    finde ich gut,dass der herr kickbusch sich den kritischen fragen stellt. :) ich hoffe,das war keine ausnahme ;)

    mfg

  • 10. nona  |  18.Januar 2010 at 15:27

    @Tim Kickbusch:
    gehe ich recht in der Annahme, dass sie kein(e) Jurist(in) sind?

    Wie ich schon sagte, IANAL.

    Denn weder trägt RTL “aktiv zur Verrohung der Gesellschaft” bei,

    Wir werden hier in diesem Rahmen nicht über Aussage und Gegenaussage hinauskommen ohne uns gegenseitig Zitate aus Studien um die Ohren zu hauen, aber dass typische RTL-Inhalte bei entsprechender Konsumierung keine unerwünscht abstumpfende Wirkung auf die Konsumenten haben soll, halte ich mal für eine gewagte These. Insbesondere kritisch zu sehen ist das bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, deren Wertebild noch ungefestigt, in der Entwicklung befindlich oder schlicht noch nicht vorhanden ist. Schlimm genug, dass es inzwischen signifikante Mengen junger Leute zu geben scheint, die die ausbeutenden 5 Seconds of Fame in Casting Shows für eine erstrebenswerte Karriereoption halten. Und das ist nun wirklich erst die Spitze dieses speziellen Eisbergs.

    noch planen RTL und seine Mitarbeiter die Abschaffung des grundgesetzlichen Menschenwürdeschutzes.

    Natürlich nicht. RTL plant in erster Linie den Betrieb eines profitablen Senders. Dabei können natürlich schonmal ein paar Werte unter die Räder kommen.

    Sie möchten bevormundend eingreifen, und zwar dann wenn jemand nach Ihrer Auffassung nicht schlau genug ist, von seiner Freiheit in Ihrem Sinne Gebrauch zu machen. Aber auch das hat etwas mit Würde zu tun, andere Menschen eben nicht dieser Freiheiten zu berauben.

    Sie mögen das Motiv dafür für edel halten, ist es aber nicht, es ist schlicht autoritär.

    Nein. Autoritär wäre es, würde ich nach Staat, Verboten und Gesetzen rufen.
    Wenn jemand ohne irgendwelche Drahtseilerfahrung der Überzeugung ist, er könne zwischen zwei Kirchtürmen balancieren, dann irrt der schlicht, und es ist nötig, ihn zu seinem eigenen Schutz davon abzuhalten. Ebenso ist es angebracht, den Veranstalter des öffentlichen Drahtseilspektakels anzuprangern, damit er nicht noch mehr Leute zu solchen unvorsichtigen Aktionen ermutigt ohne sie über das äusserst dünne Netz unter dem Seil aufzuklären, oder darüber, dass er ihre skurrilen Verletzungen hinterher auch noch in einer Freakshow ausstellt. Natürlich können beide Parteien ihr Vorhaben dennoch durchführen (siehe “Freiheit”, siehe auch “Verantwortung”), aber mein persönlicher Wertekatalog drängt mich dazu, mich um Mitmenschen eher zu sorgen als mich an ihrem Unglück zu weiden, es nur zu meinem Vorteil auszunutzen, oder mich ob ihrer scheinbaren relativen Dummheit überlegen zu fühlen. Ihr persönlicher Wertekatalog mag da anders gestrickt sein. Aber gut, um bei einem Sender wie RTL zu arbeiten, muss er das wohl auch. Wenn Sie damit leben können: schön für sie. Ich könnte es nicht.

  • 11. Tefane  |  18.Januar 2010 at 16:30

    Die Argumentation, von Hr. Kickbusch es wäre “autoritäres Eingreifen” ist nichts anderes als ein hilfloses Selbstschutzargument, um nicht zugeben zu müssen, dass Sendungen wie diese und ihre Macher nichts anderes als intelektuellen Dünnpfiff produzieren und die Bezeichnung “Presse/Journalist” ad absurdum führen.

    Wenn meine Mutter mir zB erzählen würde sie hätte eine Einladung zu einer Kaffeefahrt erhalten, würde ich ihr sagen sie solle bloss die Finger davon lassen, weil sie ohnehin nur verarscht und abgezockt werden würde. Kein Mensch würde auf die Idee kommen mir damit “autoritäres Verhalten” vorzuwerfen.
    Wenn Leute wissen, dass andere Leute negative Konsequenzen zu fürchten haben, wenn sie sich mit best. Leuten einlassen und sie davor warnen oder sie davon abbringen wollen, hat das etwas mit “Nächstenliebe” zu tun. Ein Begriff, der modernen Fernsehschaffenden offensichtlich irgendwann im Lauf ihrer Karriere abgewöhnt wurde.

    Da muss man gar keine Gesetze zitieren oder deren Auslegung dann verteidigen.
    Kickbusch: ““Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.” Das ist kein belangloser Nachsatz, sondern so etwas wie die Durchführungsbestimmung zu Satz eins. Wie macht der Staat das? Indem er entsprechende Gestze erlässt und über deren Einhaltung wacht.”

    D.h. übersetzt:
    “So lange der Staat uns nicht explizit verbietet so mit anderen Menschen umzugehen, machen wir eben einfach weiter damit. Hauptsache mein Chef kann Werbeblöcke verkaufen.”
    Moral ist eben Auslegungssache.

    Der gesunde Menschenverstand jedoch und eine -einigermaßen- gute Erziehung durch ihre Eltern sollte den Machern des modernen TV-Trashs und damit meine ich gute 70-80% des Programms, eigentlich eine 24-stündige Schamesröte ins Gesicht treiben.

    Ich arbeite selbst seit langer Zeit für die Medien, aber bevor ich irgendwo zugeben müsste “Ich arbeite für “Explosiv”, “Taff” usw…”, würde ich ganz schnell den Arbeitsplatz wechseln und mir eine Arbeit besorgen für die ich mich nicht schämen muss.
    Sofern ich dann noch ein Gewissen hätte…

  • 12. nny  |  21.April 2010 at 14:05

    einfach nur unter alle sau. und dieses typische “sich rauswinden” eines herrn kickbuschs ist symbolisch für das ganze unterschichtenfernsehen. zum kotzen!

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