Die Posemuckeligkeit des “Tagesspiegel”

23.August 2009

Am Sonntag ist in Berlin die Leichtathletik-WM in Berlin zu Ende gegangen und damit glücklicherweise auch die dazugehörige Medienkolumne des Berliner “Tagesspiegel”, die aus dem Jammern über die schlimmen Fernsehübertragungen nicht herauskam und in der Joachim Huber am Samstag vor einer Woche von ARD und ZDF forderte:

“Das ist eine Weltmeisterschaft, auch wenn sie in Berlin stattfindet. (…) Daraus in Bild und Ton eine deutsche Meisterschaft mit internationaler Randbeteiligung zu machen, wäre posemuckelig.”

Matthias Kalle, der im Jammern übers Fernsehen ja auch sonst ganz groß ist, erinnerte am Donnerstag dann noch mal:

“Am Sonntag wurde an dieser Stelle gemahnt, man dürfe aus einer Weltmeisterschaft keine Deutsche Meisterschaft machen, leider gibt es dazu die Tendenz. Jedem deutschen Sportler – und sei er nur aus Mitleid dabei – wird mehr Aufmerksamkeit zuteil als den Spitzenleuten (abgesehen von Usain Bolt). Das nervt.”

Nun, zum Ende, bilanziert Kalle:

“Alles Mahnen hat nichts genützt: Dass doch ARD und ZDF aus einer Weltmeisterschaft bitte keine nationalen Wettkämpfe mit internationaler Beteiligung machen. Als Zuschauer fühlte man sich oftmals veräppelt, da man ahnte, dass ein paar Meter weiter gerade wirklich etwas passiert – zu sehen bekam man das dann nicht, weil sich irgendwo was Deutsches aufwärmte.”

Okay, ich hab das jetzt verstanden: Der “Tagesspiegel” war genervt davon, wie ARD und ZDF die deutschen WM-Teilnehmer hochjubeln, vor, während und nach der WM. Mir ging es übrigens genauso. Ich kann nur nicht nachvollziehen, weshalb man das täglich in die Zeitung schreiben muss. Außer es fällt einem nichts anderes ein.

Und das wäre ja irgendwie – posemuckelig. Was immer das zu bedeuten hat.

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bisher 2 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. hewi  |  23.August 2009 at 19:48

    Das Wort fand ich als kleines Kind ganz toll, habe es aber dann irgendwann aus meinem Wortschatz verdrängt. Bin ganz erfreut, das Wort heute nach geschätzten 18 Jahren mal wieder zu hören.

  • 2. malefue  |  24.August 2009 at 15:47

    die leute vom tagesspiegel sprechen da was wahres an (wenn auch ein bisschen sehr hysterisch).
    wie viele stunden ich letzte woche ariane friedrich beim aufwärmen zugesehen habe, unfassbar…

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