Gemischtes Doppel
… kann nicht nur sueddeutsche.de:

bisher 6 Kommentare 19. Mai 2010
“Dach des Fernsehens”: Internet
“krisensichere Content-Anbieter”, “mediale Seismographen als soziales Frühwarnsystem”: öffentlich-rechtliche Sender
“Volk der User”: Menschen, die online miteinander kommunizieren
“Player der Konvergenz, die die Schlagzahl im Tempo der Transformation erhöhen”: die Googles dieser Welt; siehe “Reden wie Markus Schächter (1)”
“fotorealistischer Weltvermesser”: Google Street View
“Verteilzentren zwischen Inhalte-Anbietern und Internet-Nutzern”: soziale Netzwerke
“eine Zeit digitaler Kakophonie, in der oft der Lauteste gewinnt”: Wettbewerb der Medien
“Zufalls-, Individualitäts- und Begegnungs-Journalismus”: Inhalte von Blogs und sozialen Netzwerken
“Glaubwürdigkeits-Publizität”: klassische Medien
“die evidente Entautorisierung der medialen Information”: Konkurrenz für klassische Medien durch Blogger und Autoren, die keine Journalisten sind
“Axiome eines bisher selbstverständlich dominanten Ethos von Information, bei dem journalistische Professionalität als Glaubwürdigkeitsagentur fungierte”: Journalismus
Quellen: Rede zur Eröffnung der 43. Mainzer Tage der Fernsehkritik (pdf), DWDL
Bisher erschienen:
Reden wie Markus Schächter (1)
Reden wie Markus Schächter (2)
Reden wie Markus Schächter (3)
bisher 8 Kommentare 23. März 2010
Offiziell seit heute hat Sat.1 also wieder einen neuen Geschäftsführer: Auf Guido Bolten, der mit den Verpflichtungen von Johannes B. Kerner und Oliver Pocher wenig Glück hatte, folgt Andreas Bartl, der gleichzeitig seinen Posten als Vorstand German Free TV bei Pro Sieben Sat.1 behält und Sat.1 nebenbei miterledigt.
Das ist kein schönes Zeichen für einen Sender, der zum gefühlt hundertsten Mal seit seiner Gründung endlich ganz groß rauskommen wollte – und dann doch bloß wieder im Mittelmaß landete, jetzt sogar mit einem Teilzeit-Geschäftsführer. Bolten ist weg, Sat.1 als Einheit quasi aufgelöst, nachdem Unterhaltungschef Wolfgang Link und Tanja Deuerling neue Posten im Gesamtkonzern bekommen haben, und das Schlimmste an alldem ist, dass die Depression bei den Mitarbeitern so groß sein muss, dass sie bis in die Poststelle durchschlägt, wo die Briefe frankiert werden.
Jetzt mal im Ernst: So klein wie in der Firmenanschrift neben der Freimachung muss sich Sat.1 aber nun wirklich nicht machen.

bisher 11 Kommentare 01. Februar 2010
Manchmal kann man einfach froh sein, nicht bei so einer Nachrichtenklitsche wie n-tv arbeiten zu müssen, wo man mit Leuten Mittagessen gehen würde, die sich auch in den unpassendsten Situationen noch solche Texte für ihre dämlichen Laufbänder überlegen.
Und die der Ansicht sind, dass die Pressekonferenz, auf der die der Frau eines Fußballspielers spricht, der mit 32 Jahren sein Leben beendet hat, noch emotionaler wirkt, wenn man darunter Musik aus “Six feet under” legt.
bisher 8 Kommentare 12. November 2009
…hab ich mir ja mal wieder die Frage gestellt, wie sich das eigentlich auf den Erfolg eines in Unterföhring ansässigen deutschen Pay-TV-Senders ausgewirkt hätte, wenn dessen neue Chefs nicht Millionen investiert hätten, um eine dämlich Werbekampagne für einen neuen Markenauftritt zu bezahlen, im ganzen Land neue Schilder an Fußballkneipen zu montieren und sämtliche Info-Displays im Einzelhandel auszutauschen…

…sondern stattdessen günstige Abos angeboten (oder zumindest Receiver ohne Zuzahlung). Da wusste der zuständige Mitarbeiter im Elektronikmarkt aber auch keine Antwort drauf.
bisher 6 Kommentare 02. August 2009
“Hersteller von Bewegtbild im Informations- und Erzählbereich”: Fernsehen
“Gesellschaft, die sich als Gesetzäquivalent konstituiert hat”: Fernsehrat
“Teil einer Vitalitätsquelle, die wir durchaus brauchen”: Werbung
“Gewaltiges Maß, das der Gebührenzahler nicht berücksichtigen muss”: Werbeeinnahmen von ARD und ZDF
“Formate, die sich im kollektiven Bewusstsein der Zuschauer als etwas Besonderes mit Mehrwert dargestellt haben”: langfristig erfolgreiche Sendungen
“Möglichkeit der 360-Grad-Ausstrahlungsform”: Zusätzliche Programmverbreitung im Internet
“neue Ansprache von Publikum mit dem Ziel, dass wir in der Diversifikation unserer Plattformen und Kanäle zum Schluss mehr Zuschauer in der Reichweite erreichen als wir es mit dem Einkanalsystem ZDF früher erreichen konnten”: Wiederholungen in der Mediathek und den Digitalkanälen
“Das Netz und seine Grammatik”: Gewohnheiten im Internet
“Wichtiges kompetitives Element des Netzes”: Aktualität
“Spirit des Staatsvertrags”: gesetzliche Vorgaben für das ZDF
Quellen: Eröffnungspanel Medienforum NRW, Interview in “epd medien” 49/09
Bisher erschienen:
bisher 7 Kommentare 29. Juli 2009
Der Deutsche Journalisten-Verband kämpft aktiv gegen Schleichwerbung. Das bedeutet konkret: Der Verband hat eine Pressemitteilung herausgegeben, in der er die für 94,3 rs2 und Radio Hamburg vorgesehenen Promotionbeiträge der Deutschen Bahn kritisiert, die als redaktionelle Inhalte und Gewinnspiele getarnt werden sollen, wie blogmedien.de berichtet. (Was vom Vermarkter RMS auch noch ohne Scheu öffentlich gelobt wird.)
Und anders als Sie vielleicht vermuten würden, findet der DJV das ausnahmsweise einmal nicht “völlig inakzeptabel”. Stattdessen lässt sich der DJV-Vorsitzende Michael Konken in der Mitteilung wie folgt zitieren:
“Die von RMS geplanten Beiträge zur Wiedereröffnung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg sind Schleichwerbung in Reinform, die im redaktionellen Programm von Radiosendern nichts zu suchen haben.”
Hat sich beim DJV etwa die Erkenntnis durchgesetzt, dass man sich komplett lächerlich macht, wenn man in Allzweck-Pressemitteilungen immer nur ein und dieselbe Formulierung verwendet? Naja: fast. Notfalls braucht’s eben noch eine zweite, die sich reaktivieren lässt.
Michael Konken in der DJV-Pressemitteilung vom 6. November 2007 über die Forderung der IG Metall, zwei taz-Journalisten eine Akkreditierung für einen Kongress erst zu gewähren, wenn sich die Zeitung für einen kritischen Bericht entschuldige:
“Das ist Erpressung in Reinform und für eine Gewerkschaft unwürdig.”
Michael Konken in der DJV-Pressemitteilung vom 28. August 2007 über die Praxis des Bundesfamilienministeriums, Medien fertige Beiträge zum Thema Erziehungsgeld zu liefern:
“Das ist Schleichwerbung in Reinform und hat nichts mit kritischem Journalismus zu tun.”
Michael Konken in der DJV-Pressemitteilung vom 6. September 2006 über die Vergabe von Exklusivrechten zur Berichterstattung im Entführungsfall Natascha Kampusch:
“Das ist Scheckbuchjournalismus in Reinform.”
Der ehemalige DJV-Hauptgeschäftsführer Hubert Engeroff in der DJV-Pressemitteilung vom 15. Dezember 2003 über die Position des BDZV bei den Tarifverhandlungen für Mitarbeiter von Tageszeitungen:
“Das ist Blockade in Reinform.”
Der ehemalige DJV-Hauptgeschäftsführer Hubert Engeroff in der DJV-Pressemitteilung vom 16. Februar 2004 über die Weigerung des Rhein-Main-Verlages, eine Anzeige des Deutschen Journalisten-Verbandes in der Allgemeinen Zeitung Mainz zu veröffentlichen:
“Das ist Nachrichtenunterdrückung in Reinform.”
Nachtrag, 17. Juni: Der DJV ruft an und fragt, ob ich nichts Besseres zu tun hätte. Habe “nein” geantwortet.
bisher 14 Kommentare 16. Juni 2009
Ich bin ja gerade aus dem DJV (“mehr als eine Gewerkschaft”) ausgetreten, vor allem weil ich schon längere Zeit das Gefühl hatte, als freier Journalist dort kaum Unterstützung zu erfahren, zumal die Beratung für Selbstständige dort miserabel bis traurig ist (auch weil sie z.T. auf die Landesverbände abgewälzt wird) und die Gelegenheiten, bei denen sich der DJV für Freie “einsetzt”, eher auf dem Papier stattfinden als draußen in der echten Welt. (Es gibt Ausnahmen.)
Nun hat sich vor kurzem der Verband Freischreiber gegründet, eine neue Vertretung für freie Journalisten, die dem DJV gar nicht gut gefällt – weil die ihm Mitglieder wegnehmen könnte, die den DJV bisher zwar kaum interessiert, die aber monatlich Mitgliedsbeiträge überwiesen haben. Kann sein, dass sich die Schwerpunkte beim DJV deshalb gerade ein bisschen verschieben. In einer aktuellen Pressemitteilung kämpft man dort jetzt für die Freien und “gegen Honorardumping”:
“DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken forderte die Freien auf, keinesfalls Honorarvereinbarungen zu akzeptieren, die an die Sittenwidrigkeit grenzende Vergütungen für Texte und Fotos oder sonstige unangemessene Bedingungen vorsähen. ‘Es ist völlig inakzeptabel, dass einige Verlage Honorardumping zur Kostensenkung einsetzen’, sagte Konken.”
Allein diese Formulierung ist ein Grund, dem DJV augenblicklich den Rücken zuzukehren: die Freien werden “aufgefordert”, keine “unangemessenen” Honorare “zu akzeptieren” – ja klar, da zittern die Verlage bestimmt schon ganz dolle, wenn ihnen der freie Journalist künftig damit droht, angemessen bezahlt werden zu wollen. Aber so einfach ist das leider nicht. Konkret geht es um eine Praxis des zur WAZ gehörenden “Nordkuriers”, der Fotos und Texte ausschreibt, damit sich freie Journalisten darum bewerben können. (Die Schlussfolgerung, dass die Journalisten sich mit ihrem Honorar dabei gegenseitig unterbieten, hat der “Nordkurier” inzwischen dementiert.) In der Pressemitteilung argumentierte DJV-Chef Konken:
“Diese ‘Neuerungen’ führen in letzter Konsequenz zur Vernichtung des Berufsstandes der freien Journalistinnen und Journalisten. (…) Von solchen Honoraren kann kein Freier auf Dauer leben.”
Ja, und was macht der DJV dagegen? Na klar:
“Der DJV appelliert an den BDZV, auf die Verlage einzuwirken, damit diese Bedingungen zurückgenommen werden.”
Der DJV appelliert an die Interessenvertretung der Zeitungsverlage, in denen gerade Krisen- und Internetpanik herrscht, und die deshalb alles unternehmen, um erst einmal das eigene Überleben zu sichern? Kann man eigentlich auch rückwirkend aus Verbänden austreten? So sechs bis acht Jahre? Oder muss man das vielleicht schon als positives Zeichen werten, dass Konken das “Honorardumping” so unmissverständlich scharf als “völlig inakzeptabel” wertet?
Leider: nein.
Michael Konken in der DJV-Pressemitteilung vom 6.5.2009 über die Spekulation, die dpa wolle den Umzug nach Berlin “zum Abbau journalistischer Arbeitsplätze nutzen”:
“Das wäre völlig inakzeptabel.”
Michael Konken in der DJV-Pressemitteilung vom 11.8.2008 über Bedingungen bei Pressevorführungen von Constantin Film:
“Diese Strafandrohung ist völlig inakzeptabel.”
Michael Konken in der DJV-Pressemitteilung vom 1.8.2008 über Tarifverhandlungen mit den Verlagen:
“Es ist völlig inakzeptabel, dass die Zeitungsverleger über Tarifabsenkungen fabulieren, statt sich ernsthaft Gedanken über ein verhandlungsfähiges Tarifangebot zu machen”.
Michael Konken in der DJV-Pressemitteilung vom 20.3.2008 über die Ausweisung deutscher Journalisten aus Tibet:
“Das aktuelle Verhalten der chinesischen Behörden sei völlig inakzeptabel.”
Michael Konken in der DJV-Pressemitteilung vom 2.2.2006 über die Entlassung des Chefredakteurs von “France-Soir”, der die Mohammed-Karikaturen nachgedruckt hatte:
“Es sei völlig inakzeptabel, dass der Verleger des Blattes auf diese Weise versuche, die Redaktion mundtot zu machen.”
Michael Konken in der DJV-Pressemitteilung vom 8.7.2004 über Einschränkungen der Pressefreiheit:
“Die Pläne der Justizministerin zum Großen Lauschangriff sind für Journalisten völlig inakzeptabel.”
[Mit Dank an Daniel.]
bisher 18 Kommentare 14. Mai 2009
Nein, über die Forderung des Vaters von Ex-”DSDS”-Kandidatin Annemarie Eilfeld, das Halbfinale von “Deutschland sucht den Superstar” mit seiner Tochter zu wiederholen, gibt es eigentlich kein einziges Wort zu verlieren. Dass ich’s trotzdem mache, hat mit dem Grund für diese Forderung zu tun: In der Entscheidungsshow am vergangenen Samstag, an deren Ende Eilfeld gehen musste, weil sie die wenigsten Zuschaueranrufe bekommen hatte, ist RTL nämlich ein dummer Fehler passiert. Der Sprecher des Voting-Trailers hat die Endziffern von Eilfeld und ihrem Kontrahenten Daniel Schumacher verwechselt (die Einblendungen auf dem Bildschirm waren allerdings korrekt).
“Bild” macht natürlich ‘ne große Nummer aus der “unglaublichen Wahl-Panne” und fragt:
“Ist Annemarie wegen der falschen Nummern rausgeflogen?”
Merken Sie sich das doch bitte mal kurz. Denn eigentlich soll’s an dieser Stelle um Marco Schreyl gehen bzw. das, was er in der Entscheidungsshow am Samstag gesagt hat, bevor die Telefonleitungen für Anrufer geschlossen wurden:
“Die letzten Minuten laufen, die letzten Minuten für Ihre Chance, noch mal alles umzukrempeln, alles neu zu entscheiden: Wer soll am nächsten Samstag dabei sein?”
“Jetzt sollten Sie nochmal anrufen, auch wenn Sie vielleicht schon mal angerufen haben. Die letzten Minuten sind bekanntermaßen die heißesten. Und wir haben’s hier schon erlebt: Sehr häufig hat sich alles nochmal geändert. Ran ans Telefon!”
Ja, die letzten Minuten bei “DSDS”, in der Samstag für Samstag aus einer Castingshow eine Call-In-Show wird, sind einfach – heiß.
Gegenüber DWDL erklärte eine RTL-Sprecherin heute dann, warum es trotz des Zahlendrehers in der Entscheidungsshow keine neue Chance für Eilfeld geben wird:
“Die Platzierung der Kandidaten hat sich nach dem Ende der Mottoshow nicht geändert.”
bisher 5 Kommentare 04. Mai 2009
Ich muss mich entschuldigen für die bösen, bösen Worte über das Cover des neuen Kasabian-Albums mit dem merkwürdigen Titel und bin immer noch ganz baff von der ersten Single “Fire” und dem Video dazu:
Kasabian – Fire from Kasabian on Vimeo.
bisher 2 Kommentare 01. Mai 2009
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